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Femen-Gruppe löst sich auf Belgierinnen stoppen Blanke-Brüste-Protest

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Der Oben-Ohne-Protest ist ihr Markenzeichen, doch mit solchen Aktionen in Belgien ist es vorerst vorbei.

REUTERS

Für die Nackt-Aktivistinnen von Femen kommt es gerade ganz hart: Erst enthüllt ein Film, dass die Gruppierung jahrelang unter einem mächtigen Anführer litt. Nun haben mehrere Belgierinnen die Nase voll und geben den Kampf mit nacktem Oberkörper auf.

Das ist Femen

Femen wurde im April 2008 in Kiew gegründet. Die Organisation setzt sich für Frauenrechte ein und kämpft gegen Unterdrückung durch Männer und Sextourismus. Bekannt sind die Aktivistinnen für ihre Oben-ohne-Aktionen. Weltweit zählt Femen derzeit etwa 300 Mitglieder und hat unter anderem Basen in Frankreich, Deutschland, den USA, Polen, Kanada und Spanien. Die Gruppe finanziert sich über Spenden und den Verkauf von T-Shirts im Femenshop.

Der belgische Ableger des Frauenrechtegruppe Femen hat sich schon nach wenigen Monaten wieder aufgelöst. Die Gruppe sei "wegen unterschiedlicher Sichtweisen zur internen Organisation der internationalen Bewegung" auseinander gegangen, gab Femen in Belgien auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

Mehr Details wollte die Gruppe nicht zu ihrer Auflösung verraten. Die Frauen kündigten aber an, dass sie "den Kampf auf andere Weise fortsetzen" wollten. Jüngst war Femen massiv in Verruf geraten. Ein Film enthüllte, wie autoritär ausgerechnet ein Mann die Frauengruppe im Griff hat. Die Aktivistin Alexandra Schewtschenko sagte im Interview von n-tv.de: "Wir waren Opfer eines Patriarchen." Damit meinte Schewtschenko den langjährigen Organisator Wiktor Swjatskij.

Attacke auf Erzbischof

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Spektakuläre Aktion der Belgierinnen: Bei einem Protest gegen Homosexuellen-Feindlichkeit spritzen sie Wasser auf Erzbischof André Léonard.

(Foto: REUTERS)

Belgiens Femen-Gruppe hatte nur wenige Monate Bestand. Erst im April waren die Frauen mit ihrer ersten öffentlichen Aktion in Erscheinung getreten. Dabei traten sie wie bei Femen üblich mit nacktem Oberkörper und auf die Leiber geschriebenen Slogans vor Brüssels größter Moschee auf.

Im selben Monat attackierten sie auch Belgiens höchsten katholischen Würdenträger. Bei einer Diskussionsveranstaltung bespritzen sie Erzbischof André Léonard mit Wasser. Wie stets bei ihren Protesten, forderten sie das Recht auf Selbstbestimmung ein. Außerdem kritisierten sie die Haltung der Kirche zu Schwulen und Lesben.

"Wir bereuen nichts"

Die Aktivistinnen blicken nun zurück und schreiben auf Facebook: "Wir bereuen nichts, wir haben alle unsere Aktionen aufrichtig durchgeführt." Im Fernsehen RTBF sagte eine der Frauen am Mittwoch, es sei "eine sehr intensive Erfahrung" gewesen. Femen wurde 2008 in der Ukraine gegründet, ist aber mittlerweile auch über ihre Grenzen hinaus aktiv.

In den vergangenen Jahren litten die Frauen immer wieder unter dem harten Vorgehen der Polizei: Im August wurden mehrere Frauen und auch der in der Kritik stehende Swjatskij schwer verprügelt. Einige Ukrainerinnen verließen vor knapp zwei Wochen das Land, weil die Polizei sie vorlud, nachdem angeblich eine Pistole und eine Granate in einem Femen-Büro gefunden wurde.

Quelle: n-tv.de, jtw/AFP

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