Politik

Linnemann im "ntv Frühstart" "Bundestagswahlkampf wird so abgehen"

Die CDU darbt in den Umfragen und ihr Vorsitzender liegt mit der Kanzlerin über Kreuz. Unions-Fraktionsvize Linnemann fordert, die Reihen zu schließen - widerspricht aber CSU-Chef Söder. Linnemann erwartet einen Bundestagswahlkampf, "der hat sich gewaschen".

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, hat die jüngsten Aussagen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder kritisiert. Söder hatte es als "seltsam" bezeichnet, dass der CDU-Vorsitzende Armin Laschet mit der Bundeskanzlerin "ein halbes Jahr vor der Wahl streitet". Über Söders Zitat sagte Linnemann in der ntv-Sendung "Frühstart": "Ich persönlich finde das unpassend. Ich glaube, wir müssen jetzt zusammenhalten und uns nicht intern streiten. Wir werden einen Bundestagswahlkampf erleben, der hat sich gewaschen."

Bei der Bundestagswahl gehe es auch um die Frage, wer die "Corona-Rechnung" bezahle, so Linnemann. "Das wird so abgehen, wie wir es in den letzten Jahren nie erlebt haben und da muss die Union zusammenhalten", sagte der CDU-Politiker.

Plädoyer für mehr "Klarheit"

Mit Blick auf die Frage, wann die Entscheidung falle, wer für die Union als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, sagte Linnemann: "Mein Gefühl ist, dass es eher in Richtung Ostern geht, als in Richtung Pfingsten. Diese Klarheit brauchen wir." Über Armin Laschet als möglichen Kanzlerkandidaten sagte Linnemann wiederum, dass dieser gezeigt habe, dass er in Nordrhein-Westfalen für die CDU Wahlen gewinnen kann. Weiter: "Das muss er dann, sollte er Kanzlerkandidat werden, auch im Bund zeigen." Zudem müsse die Union den Menschen auch im Corona-Management zeigen: "Ja, wir können es besser." Weiter plädierte der CDU-Politiker für ein "scharfes" Wahlprogramm.

CSU-Chef Markus Söder hatte am Dienstag über den in Verruf geratenen Impfstoff des Herstellers Astrazeneca gesagt: "Irgendwann wird man bei Astrazeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben." Linnemann betonte wiederum, dass es beim Impfen im Kern nicht um "trauen" gehe. Man müsse nun schauen, wie es mit der Akzeptanz aussehe, sagte Linnemann und fügte hinzu: "Wenn es dann am Ende so ist, dass Impfdosen übrig bleiben, dann sollte man es auch freigeben für die unter 60-Jährigen."

Der CDU-Politiker warb dafür, darüber nachzudenken, ob nun der Zeitpunkt für Politiker-Impfungen als Vorbildfunktion gekommen sei: "Oft wird ja gesagt: Wenn die Politiker sich jetzt impfen, dass die wieder vorgezogen werden wollen, aber ich glaube jetzt ist eine Punktlandung da, wo jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt ist, um mit bestem Beispiel voranzugehen."

Quelle: ntv.de, psa

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