Politik

"Wer warnt, muss auch handeln" CDU wirft Lauterbach Übertreibung vor

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Gesundheitsminister Lauterbach ist der Union zu alarmistisch.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Eine massive Omikron-Welle wird kommen, davon ist Gesundheitsminister Lauterbach überzeugt. CDU-Chef Merz fordert von dem SPD-Politiker dagegen "ein vernünftiges Maß" und "Zuversicht". Der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Sorge, bemängelt, dass Lauterbach "keine konkreten Daten" vorlege.

Die Union hält Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor, die Bedrohung durch die Coronavirus-Variante Omikron zu überzeichnen. Der designierte CDU-Chef Friedrich Merz sagte der "Bild am Sonntag": "Niemand spricht Karl Lauterbach die Fachkompetenz ab, aber er neigt leider in gewissen Situationen zu sehr starken Über­treibungen." Er forderte: "Er wird im Amt jetzt ein ver­nünftiges Maß finden müssen und er muss vor allem den Menschen wieder die Zuversicht vermitteln, dass wir irgendwann die Pandemie auch hinter uns haben."

Die "Bild am Sonntag" zitiert auch den gesundheitspolitischen Sprecher der Unionsfraktion, den Magdeburger CDU-Abgeordneten Tino Sorge: "Bis jetzt legt der Minister keine konkreten Daten vor, die seine Prognosen belegen", kritisiert Sorge. Lauterbach hatte in einer Pressekonferenz am Freitag gesagt: "Ich gehe von einer massiven fünften Welle aus." Die bevorstehende Omikron-Welle werde zu einer "massiven Herausforderung für unsere Krankenhäuser, für unsere Intensivstationen, aber auch für die Gesellschaft in der Gänze", sagte er.

Sorge sagte dazu: "Wer warnt, muss auch handeln." Wenn Lauterbach die Lage so ernst einschätze, müsse er "auf eine kurzfristige Ministerpräsidentenkonferenz noch vor den Feiertagen drängen". Bund und Länder müssten dann "ihren Kurs für den Jahreswechsel nachschärfen".

Lauterbach hatte sich am Samstag mit den Gesundheitsministern der Länder beraten. Ergebnis war die Forderung nach schärferen Einreiseregeln, um die Verbreitung der Omikron-Variante zu verlangsamen. Reisende aus Ländern, die als Virusvariantengebiet eingestuft sind, sollten nur noch gegen Vorlage eines negativen PCR-Tests einreisen dürfen, heißt es in einem am Samstag gefassten Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz. Der Test soll bei Abflug nicht älter als 48 Stunden sein. Schnelltests sollen nicht akzeptiert werden.

Quelle: ntv.de, jog

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