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Tote Taliban werden schnell ersetzt CIA hält gezielte Tötungen für wenig effektiv

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Nach einen Drohnenangriff auf ein pakistanisches Dorf unweit der Grenze zu Afghanistan.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Durch gezielte Drohnenangriffe auf Taliban- und Al-Kaida-Führer werden seit 2009 Tausende Menschen vor allem in Pakistan getötet. Zwar können laut CIA die bewaffneten Gruppen vorübergehend geschwächt werden, getötete Anführer würden aber schnell ersetzt.

Die gezielte Tötung von Taliban-Führern in Afghanistan und Pakistan hat sich nach einem von der Enthüllungs-Plattform Wikileaks veröffentlichten CIA-Bericht als wenig effektiv erwiesen. Die Taliban seien durch diese Taktik nicht besonders anfällig, weil sie dank ihrer flexiblen Kommandostruktur hochrangige Mitglieder schnell ersetzen könnten. Dies gelte ähnlich auch für Al-Kaida.

Der Bericht des US-Geheimdienstes CIA unter dem Titel "Best Practices in Counterinsurgency" (Beste Methoden zur Bekämpfung aufständischer Gruppen) stamme aus dem Jahr 2009, berichtete Wikileaks. Die Untersuchung über Vor- und Nachteile gezielter Tötungen geht auch auf andere Länder ein. Zwar könnten bewaffnete Gruppen mit gezielten Tötungen geschwächt werden. Diese könnten aber auch kontraproduktiv wirken, weil sie zu einer Radikalisierung der verbleibenden Kämpfer führen könne. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Aufständischen in der Bevölkerung mehr Unterstützung fänden.

Nach Zahlen des Recherchenetzes Bureau of Investigative Journalism in London hat es allein in Pakistan seit 2009 rund 350 Drohnenangriffe auf Taliban- und El-Kaida-Kämpfer gegeben. Dabei seien zwischen 2400 und 3888 Menschen getötet worden, darunter bis zu 959 Zivilisten.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt seit mehr als zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Die von ihm gegründete Plattform hatte Tausende Geheimdepeschen der USA veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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