Politik
Freitag, 01. Juni 2007

Todesschüsse bei G8 in Genua: Carabiniere sagt aus

Sechs Jahre nach seinen Todesschüssen auf einen jungen Italiener bei den Unruhen am Rande des G8-Gipfels in Genua hat der Carabiniere erstmals vor Gericht ausgesagt. Er sei in seinem Polizeiauto angegriffen worden und habe Angst bekommen. "Da habe ich meine Pistole genommen und habe zwei Schüsse in Richtung auf die kaputte Autoscheibe abgegeben", sagte der Carabiniere Mario Placanica am Freitag vor einem Gericht in Genua als Zeuge. Bei dem Prozess stehen 25 Globalisierungskritiker wegen schwerer Sachbeschädigung vor Gericht.

"Ich habe mich hier zur Aussage entschlossen, weil ich zeigen will, dass ich nichts zu verbergen habe und vor niemandem weglaufe", sagte Placanica weiter. Ein Verfahren gegen Placania hatte die italienische Justiz bereits vor vier Jahren eingestellt. Sie war zur Überzeugung gekommen, dass Placanica bei den Unruhen im Juli 2001 in Notwehr gehandelt habe.

Der 23-jährige Demonstrant Carlo Giuliani war bei den schweren Zusammenstößen am Rande des G8-Gipfels erschossen worden, als er versuchte, mit einem Feuerlöscher ein Polizeiauto anzugreifen. Es waren seinerzeit die schwersten Unruhen in der über 25-jährigen Geschichte der G8-Konferenzen. Zwei Tage lang dauerten die Straßenschlachten, hunderte Menschen wurden verletzt, die Demonstranten setzten Autos, Geschäfte sowie eine Bank in Brand.

Quelle: n-tv.de