Politik

Nach Export von Fleisch mit BSE-Risikomaterial Deutscher Botschafter äußert Bedauern

Der deutsche Botschafter in London, Friedrich von Ploetz, hat die Exporte von Rindfleisch mit BSE-Risikomaterialen nach Großbritannien bedauert. Im BBC-Rundfunk sagte von Ploetz, die Vorfälle seien für die Bundesrepublik “höchst peinlich”. Die Entdeckung von Resten von Rückenmark in den Lieferungen sei “sehr, sehr ernst”. Die Bundesländer seien zu einer genaueren Inspektion ermahnt worden, fügte der Diplomat hinzu.

In Großbritannien sind in dieser Woche zwei Mal Lieferungen aus Deutschland beschlagnahmt worden, in denen Rückenmarkgewebe gefunden wurde. Es gilt neben Hirn und Augen zu den Risikomaterialen, die wegen der BSE-Übertragungsgefahr seit dem 1. Oktober 2000 EU-weit vernichtet werden müssen.

Durch diese Lieferungen droht Deutschland ein Exportverbot für Rindfleisch. EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne verlangte, dass die deutsche Verbraucherschutzministerin Renate Künast den betroffenen Betrieben umgehend die Exportlizenz für die EU und auch für Drittländer entzieht. Künasts Ministerium teilte dazu mit, man werde die dafür zuständige nordrhein-westfälische Landesregierung schriftlich bitten, die notwendigen Schritte einzuleiten. Künast selbst reagierte "empört" auf den Fund.

Neue BSE-Fälle in Deutschland

In Hessen wird unterdessen ein neuer BSE-Verdachtsfall gemeldet. Das Wiesbadener Sozialministerium teilte mit, bei einem verendeten Rind seien Schnelltests positiv ausgefallen. Nun würden weitere Untersuchungen im Forschungsinstitut in Tübingen vorgenommen. Das Ergebnis werde Mitte nächster Woche erwartet.

In Bayern gibt es drei weitere bestätigte BSE-Fälle. Wie das Gesundheitsministerium in München mitteilte, fielen die Gegenproben beim Institut in Tübingen positiv aus. Damit sind in Bayern nachweisbar 22 Kühe vom Rinderwahnsinn befallen. Bundesweit stieg die Zahl der BSE-Fälle auf 44.

Nordkorea und Deutschland einigen sich

Zwei Tage nach dem Notenwechsel zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Nordkorea und Deutschland hat Pjöngjang die deutschen Bedingungen für den Import von Rindfleisch aus den geplanten Massenschlachtungen akzeptiert. Das sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums nach einem Gespräch mit Vertretern der nordkoreanischen Regierung in Berlin.

Der nächste Schritt sei die Entsendung eines deutschen Expertenteams nach Nordkorea, um die dortige Infrastruktur zu prüfen. Deutsche Hilfsorganisationen hatten zuvor auf die erheblichen Mängel bei der Verteilung von Lebensmitteln an die hungernde Bevölkerung aufmerksam gemacht. Mitte Februar hatte Nordkorea in einem Schreiben an Künast um 200.000 Rinder aus dem EU-Schlachtprogramm gebeten.

Quelle: ntv.de