Politik

Strafen für AusplünderungEx-Treuhand-Manager verurteilt

27.07.2001, 16:33 Uhr

In einem der größten Betrugsfälle bei der Privatisierung ostdeutscher Unternehmen nach der Wende ist ein ehemaliger Manager der Treuhand zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht machte den früheren Geschäftsführer des DDR-Monopolbetriebes WBB-Wärme-Anlagenbau für einen Schaden von 78 Mio. DM verantwortlich. Er wurde der Untreue in sechs Fällen schuldig gesprochen. Gegen einen zweiten früheren WBB-Geschäftsführer erging eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die beiden Angeklagten sollen mitgeholfen haben, die WBB über ein internationales Firmengeflecht regelrecht ausgeplündert zu haben. Mutmaßlicher Drahtzieher der Millionenpleite soll der Unternehmer Michael Rottmann sein. Er gehörte 1991 zu den Erwerbern der WBB. Rottmann, der im vergangenen Jahr nach fünf Jahren Flucht in London festgenommen wurde, soll der Firma 150 Mio. DM entzogen haben. Gegen ihn läuft ein Auslieferungsverfahren.