Politik

Lindner-Abgang schwächt Liberale FDP fällt auf 2 Prozent

Der Rücktritt von Generalsekretär Lindner setzt der FDP kräftig zu. Forsa ermittelt für die Partei nur noch 2 Prozent Zustimmung. Vor allem in Sachen politische Kompetenz traut der FDP niemand mehr viel zu. Die meisten anderen Parteien halten sich, lediglich die Piraten legen um 2 Punkte auf 9 Prozent zu.

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Generalsekretär Lindner verkündet seinen Rücktritt im Thomas-Dehler-Haus.

(Foto: dapd)

Die FDP verliert nach dem Rücktritt ihres Generalsekretärs Christian Lindner in der Wählergunst weiter an Boden. Im Forsa-Wahltrend für "Stern" und RTL kommt sie nur noch auf 2 Prozent und büßt damit einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche ein. Diesen Tiefstand hatte die FDP in diesem Jahr bereits zweimal erreicht.

Wieder zulegen konnte die Piratenpartei: 9 Prozent würden sich derzeit für die Piraten entscheiden, das sind 2 Prozentpunkte mehr als in der Woche zuvor. Die Werte der meisten anderen Parteien blieben stabil. Die Union liegt mit 35 Prozent weiter vorn, die SPD bleibt bei 28 Prozent, die Grünen halten sich bei 14 Prozent. Die Linke sank um einen Punkt auf 7 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, der Rücktritt habe die Anhänger verunsichert. Zudem löste er Spekulationen um die Zukunft des Parteichefs aus. Forsa zufolge erteilen auch FDP-Anhänger der Parteispitze schlechte Noten: 50 Prozent gäben dem derzeitigen Personal und nicht dem Programm die Schuld für die Krise, sagte Güllner dem "Stern".         

Problemlösung eher bei der Union

In der Frage der politischen Kompetenz trauen 25 Prozent der Wähler der Union zu, mit den Problemen in Deutschland fertig zu werden. Für die SPD votieren nur 14 Prozent, nur noch 4 Prozent glauben in dieser Frage an die Grünen, während der FDP weiterhin niemand politische Kompetenz zutraut. Mehr als die Hälfte der Befragten, 54 Prozent, meinen, keine Partei könne die gegenwärtigen Probleme im Land bewältigen.

Merkel dominiert in der K-Frage

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Steinmeier spricht im Bundestag.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im direkten Vergleich der potenziellen Kanzlerkandidaten schlägt Angela Merkel weiterhin ihre männliche Konkurrenz von der SPD. Der Abstand zwischen Merkel und Frank-Walter Steinmeier beträgt ebenso 10 Prozent (42 zu 32) wie zu Peer Steinbrück (43/33). SPD-Chef Sigmar Gabriel liegt sogar 31 Prozentpunkte hinter Merkel (53/22).  

Kein klares Votum für Brüderle

Auseinander gehen die Meinungen darüber, ob FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle ein besserer Parteichef wäre als Philipp Rösler. 34 Prozent würden Brüderle den Vorzug geben, 37 Prozent sehen in ihm nicht den besseren FDP-Chef. Bei den FDP-Wählern hingegen halten 48 Prozent Brüderle für geeigneter als Rösler.

Schwankungen innerhalb der Woche

Forsa beobachtete im Verlauf der Woche – ausgelöst durch die Turbulenzen in der FDP – deutliche Bewegungen: Während Union und FDP von Montag bis Mittwoch zusammen auf 39 Prozent kamen, sank das Vertrauen zur Regierung Ende der Woche deutlich: Beide Parteien kamen zusammen nur noch auf 35 Prozent. Dabei erreichte die FDP die Talsohle von nur noch 2 Prozent.

Durch die Schwäche der Liberalen wurde aber auch der Koalitionspartner tangiert: Der CDU/CSU-Wert sank um 3 Prozentpunkte von 36 auf 33 Prozent. Die SPD konnte aufgrund der Schwäche der Koalition ihren Wert von 26 Prozent Anfang der Woche auf 30 Prozent Ende der Woche verbessern.

Quelle: n-tv.de, dpa

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