Politik

500 Menschen brechen durch den Zaun Flüchtlinge stürmen spanische Exklave

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Immer wieder versuchen Flüchtlinge, über Melilla in die Europäische Union zu gelangen. Viele verletzen sich dabei.

(Foto: REUTERS)

Wie eine Festung bewacht Spanien seinen winzigen Vorposten in Afrika. Mehrere Hundert Menschen versuchen nun, die Zäune zu durchbrechen. Einige schaffen es auf das EU-Gebiet.

Rund 500 afrikanische Flüchtlinge haben von Marokko aus versucht, den Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla zu überwinden. Zwei Gruppen seien am frühen Morgen etwa zur gleichen Zeit auf den Grenzzaun losgestürmt, meldet die spanische Regierung. Etwa 100 seien auf spanisches Territorium gelangt, elf Flüchtlinge hätten sich bei der Aktion verletzt.

Die Polizei griff 95 der Flüchtlinge auf, darunter elf, die nach eigenen Angaben nach minderjährig sind. Elf Menschen seien wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt worden. Weitere 30 Flüchtlinge verletzten sich auf der marokkanischen Seite des Zauns und wurden in den Ort Nador gebracht.

Die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta haben die einzigen Landgrenzen zwischen Afrika und der Europäischen Union. Marokko beansprucht sie für sich und betrachtet Spanien als Besatzungsmacht. Seit der Verschärfung der Kontrollen rund um die Kanarischen Inseln und den politischen Umbrüchen in Tunesien, Libyen und Ägypten versuchen deutlich mehr Flüchtlinge, in die Exklaven zu gelangen.

Im März gab es bei einem Sturm auf Melilla 25 Verletzte. Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation erlag ein Migrant aus Kamerun später seinen Verletzungen. Viele der Flüchtlinge campieren oft monatelang auf der marokkanischen Seite, wo sie auf eine Chance zur Überwindung der Grenze warten. Aktivisten kritisieren seit Jahren Misshandlungen der Flüchtlinge durch die Polizei auf beiden Seiten.

Quelle: ntv.de, AFP