VerhütungGeschichte der Antibaby-Pille in Deutschland
Seit ihrer Zulassung in Deutschland ist die Antibaby-Pille wiederholt Gegenstand von Kritik und Bedenken gewesen. Trotzdem setzte sie sich im Laufe der 40 Jahre als das häufigste Verhütungsmittel durch.
1. Juni 1961: In Deutschland kommt die erste Antibaby-Pille auf den Markt. Sie ist ein Einphasen-Präparat: jede einzelne Tablette enthält dieselbe Hormonkombination und -menge. Die Pille ist verschreibungspflichtig.
1965: In der DDR wird die erste Antibaby-Pille aus heimischer Produktion zugelassen.
70er Jahre: Mit der Studentenbewegung und der "sexuellen Revolution" wird die Antibaby-Pille zum Symbol des gesellschaftlichen Wandels. Zugleich werden Befürchtungen über das "Aussterben der Deutschen" laut.
2. Mai 1972: Die erste Minipille kommt auf den Markt. Sie enthält nur Gestagene, ist als Verhütungsmittel für Sonderfälle gedacht und soll besonders verträglich sein.
Mai 1973: Die Mikropille, mit 30 statt bislang 50 Mikrogramm (Millionstel Gramm) Östrogen soll das Thrombose-Risiko im Vergleich zu älteren Pillen vermindern. Sie enthält auch Gestagen.
1. März 1974: Die Zweistufenpille kommt, die sich in ihrer Dosierung dem normalen Zyklus der Frau anpasst. Die einzelnen Tabletten, die im Laufe des Zyklus eingenommen werden, enthalten zwei verschiedene Anteile der Hormone.
1979: Die Dreistufenpille hat in drei Einnahme-Phasen unterschiedliche Dosen an Östrogenen und Gestagenen.
27. Februar 1985: Die "Pille danach" wird zugelassen.
15. Juni 2000: Das Hormonstäbchen Implanon kommt auf den Markt. Es wird unter die Haut am Oberarm eingesetzt und schützt drei Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft.
15. November 2000: Zwei Pillen der jüngsten Generation enthalten den neu entwickelten Wirkstoff Drospirenon, der der Einlagerung von Wasser im Gewebe entgegen wirken und Gewichtszunahme verhindern soll.