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Fast 90 Menschen sterben im Irak Gewalt erreicht blutigen Höhepunkt

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Nur noch ein Haufen verkohltes Blech ist von diesem Auto in Bagdad übrig geblieben.

(Foto: AP)

Im Irak flammen die Konflikte zwischen den islamischen Religionsgemeinschaften der Sunniten und der Schiiten wieder auf. Etwa 90 Menschen kommen bei Anschlägen ums Leben. Im Westen werden Entführte mit Schüssen in Kopf und Brust in die Wüste geworfen.

Im Irak sind bei einer Serie von Bombenanschlägen fast 90 Menschen getötet worden. Ziel der rund ein Dutzend Angriffe waren vor allem die von Schiiten dominierten Bezirke der Hauptstadt Bagdad, wo insgesamt acht Explosionen gezählt wurden. In der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Basra starben bei zwei Anschlägen mindestens 14 Menschen. Auf schiitische Moscheen wurden zwei Anschläge verübt, eine der Bomben explodierte während des Abendgebets in einer Moschee in der Stadt Hilla.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Im Irak sind aber mehrere Gruppen aufständischer Sunniten aktiv. Dazu gehört auch eine Al Kaida nahestehende Verbindung, die zuletzt Schiiten angegriffen hatte. Freitag waren bei politisch-religiös motiviertem Terror landesweit 79 Menschen ums Leben gekommen, am Samstag starben wieder Dutzende.

In Bagdad starben Montag bei sieben Anschlägen an unterschiedlichen Orten mindestens 30 Menschen. Unter anderem wurden Autobomben auf belebten Marktplätzen gezündet. Zahlreiche weitere Personen wurden dabei verletzt. In der ebenfalls vor allem von Schiiten bewohnten Stadt Basra starben mindestens 14 Menschen. Ein Anschlag richtete dich gegen eine Gruppe von Tagelöhnern, eine zweite detonierte in einem Busbahnhof. In der westlichen Provinz Anbar wurden die Leichen von 14 am Samstag Entführten gefunden. Darunter seien sechs Polizisten gewesen, hieß es in Polizei- und Sicherheitskreisen. Die Leichname seien mit Einschüssen im Kopf und der Brust in der Wüste gefunden worden.

Neue Sicherheitsbeamte sollen für Ruhe sorgen

Die Gewalt zwischen Schiiten und der Minderheit der Sunniten hat nach dem Abzug der US-Truppen im Dezember 2011 einen neuen  Höhepunkt erreicht. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben im vergangenen Monat mehr als 700 Menschen bei Anschlägen und Angriffen.

Die Gewalt geht vornehmlich von Ablegern der Extremistenorganisation Al-Kaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit vielen Anschlägen die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Zudem verschärft sich die Lage im Irak zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien.

Mit einer neuen Sicherheitsstrategie und einem personellen Umbau in den Behörden will Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki die Welle der Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften im Land stoppen. Am Dienstag werde das Kabinett entsprechende Entscheidungen treffen, sagte Maliki. Einige ranghohe Verantwortliche für die Sicherheit würden ausgetauscht.

Quelle: n-tv.de, jtw/rts/AFP/dpa

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