Politik

"Sprachrohr der Atomlobby" Glos erhält "Dinosaurier"

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sieht Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) als hartnäckigen Bremser beim Klimaschutz und ernennt ihn deshalb zum Umwelt-"Dinosaurier 2008". Die Umweltschützer verliehen dem 64-jährigen Bayern den "peinlichsten Umweltpreis" in Berlin. Glos war, wie die meisten Empfänger vor ihm, nicht zur Preisverleihung gekommen.

Mit dem "Dinosaurier" bedenkt der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die nach seiner Ansicht antiquierte Umweltstandards vertreten. An Glos kritisiert die Organisation vor allem ein veraltetes energiepolitisches Denken sowie sein Eintreten für die Atomenergie und die Autoindustrie.

"Schamlos"

"Es ist schamlos, wie vehement der Bundeswirtschaftsminister als verlängertes Sprachrohr der Atomlobby für diese Steinzeit- und Risikotechnologie kämpft und gleichzeitig den Ausbau der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungstechnik blockiert", erklärten die Umweltschützer. "Statt Großkraftwerke auf Basis von Atomkraft und Kohle brauchen wir dezentrale Anlagen für die Strom- und Wärmeversorgung, den Ausbau erneuerbarer Energien und wirksame Maßnahmen für mehr Energieeffizienz", forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Der Wirtschaftsminister sei auch zu weiten Teilen dafür verantwortlich, dass das Energie- und Klimapaket der Bundesregierung so verwässert wurde, dass sich damit die notwendige Reduzierung der Treibhausgase in Deutschland um 40 Prozent von 1990 bis 2020 nicht erreichen lasse.

Im vergangenen Jahr war die knapp drei Kilo schwere Dinosaurier- Figur an den Chef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin, Joachim Hunold, gegangen. Völlig unverfroren versuche Hunold der Öffentlichkeit das Flugzeug als klimafreundliches Verkehrsmittel zu verkaufen, hatte der Umweltverband erklärt. Auf der bisherigen Liste der eher unbeliebten Auszeichnung stehen unter anderem der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU), der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) und DIHK-Chef Ludwig Georg Braun.

Quelle: ntv.de

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