Politik

Streit um Schulunterricht Hamas: Holocaust ist eine "Lüge"

Israel und die radikal-islamische Hamas wollen bewusst Tatsachen aus der Geschichte verschleiern. Die Hamas fordert von den Vereinten Nationen, dass an UN-Schulen nichts über den Holocaust gelehrt werden solle, da dieser eine "Erfindung" sei.

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Die Hamas leugnet den Holocaust und will entsprechenden Unterricht verhindern.

In Israel und dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen ist zu Beginn des neuen Schuljahrs ein Streit über den Umgang mit dem Holocaust und der Vertreibung von Palästinensern ausgebrochen. Die Hamas-Bildungsbehörde in Gaza drückte ihr "Erstaunen" aus, dass der millionenfache Mord an Juden während der NS-Zeit an Schulen der Vereinten Nationen in Flüchtlingslagern gelehrt werde. "Wir lehnen ab, dass unseren Schulkindern solche Gedanken und eine solche befremdliche Kultur gelehrt werden, die palästinensischem Gedankengut widersprechen", heißt es in einer Erklärung.

Auslöser für die Holocaust-Debatte im Gazastreifen war ein Brief einer pro-Hamas-Bewegung an das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA). Darin schreibt das sogenannte Volkskomitee für palästinensische Flüchtlinge: "Wir haben herausgefunden, dass das Lehrbuch über Menschenrechte, das in der achten Klasse behandelt wird, eine Erklärung des jüdischen Holocaust beinhaltet. Dies wird in einer Art und Weise getan, dass der Holocaust bestätigt und Sympathie mit den Juden ausgedrückt wird".

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Wir weisen mit aller Kraft zurück, dass unseren Kindern solche Lügen gelehrt werden, die von Juden erfunden und mit einer großen Propagandakampagne verbreitet wurden". Ein UNRWA-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. In den derzeitigen Lehrplänen für UN-Schulen gebe es keinerlei Hinweis auf den Holocaust. Ob sich dies ändern solle, ließ er offen.

Zugleich berichtet die Tageszeitung "Jerusalem Post", dass das israelische Kultusministerium das arabische Wort "Nakba" aus dem Unterrichtsstoff für arabische Israelis verbannen will. "Nakba" steht für Katastrophe und beschreibt die Flucht und Vertreibung von hunderttausenden Arabern während des Unabhängigkeitskrieges nach der Staatsgründung Israels vor rund sechs Jahrzehnten. Die Gründung des Staates Israel könne nicht als Katastrophe in den Schulen des Landes gelehrt werden, zitiert das Blatt eine Sprecherin des Ministeriums. Obwohl der Holocaust historisch einmalig ist, sprechen viele Palästinenser und Araber von ihrem eigenen Holocaust, wenn sie die Nakba meinen.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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