Politik
Montag, 02. Juli 2001

Dienstgrade in der Bundeswehr: Keine "Hauptfrau" als Kompaniechefin

An den Dienstgraden der Bundeswehr wird sich auch mit Frauen als Truppenoffizieren nichts ändern. Eine "Hauptfrau" als Kompaniechefin wird es ebenso wenig geben wie eine "Oberbootsfrau".

Im täglichen Sprachgebrauch wird lediglich der übliche Dienstgrad mit der weiblichen Anrede versehen. So wird die "Frau Hauptmann" ebenso normal sein wie die "Frau Bootsmann", die es bei den Sanitäterinnen schon seit 25 Jahren gibt.

Die einstige Überlegung, Dienstgrade zu femininisieren, stieß auf doppelten Widerstand: Bei Sprachwissenschaftlern, weil "Frau Generalin" eine doppelte Verweiblichung bedeuten würde, bei den Soldaten, weil sie Komplikationen im Schriftverkehr befürchteten. In den Akten tauchen die Frauen, wenn überhaupt hervorgehoben, deshalb nur mit einem "w." als Hinweis auf, etwa "Hauptmann (w.)".

Ein häufiger Dienstgrad ist im Grunde sogar ein weiblicher: Der Feldwebel ist eigentlich ein "Feldweibel", denn im Mittelalter waren es Frauen, die sich um die Belange der Truppe kümmerten. Erst später wurde aus dem "Feldweibel" der Feldwebel.

Heute haben Frauen in der NATO auch die höchsten Dienstgradgruppen erreicht. So trägt "Generalarzt" Verena von Weymarn schon seit Mitte der neunziger Jahre Generalsgold.

Quelle: n-tv.de