Politik

Neuer Staatschef für KeniaKenyatta steht vor Wahlsieg

09.03.2013, 04:43 Uhr

Der nächste Präsident Kenias wird wohl Uhuru Kenyatta heißen. Der stellvertretende Regierungschef erringt laut inoffiziellen Angaben die absolute Mehrheit. Die nationale Wahlkommission will das offizielle Endergebnis heute Vormittag verkünden.

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Uhuru Kenyatta (Foto: AP/dpa)

Vize-Regierungschef Uhuru Kenyatta hat nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis die Präsidentschaftswahl in Kenia bereits in der ersten Runde gewonnen. Wie die Wahlkommission bekannt gab, erzielte Kenyatta 50,03 Prozent der Stimmen und damit etwas mehr als die erforderliche absolute Mehrheit. Hauptkonkurrent Raila Odinga kam auf 43,28 Prozent.

Laut Wahlkommission lag Kenyatta 4099 Stimmen über der absoluten Mehrheit; insgesamt erhielt er demnach 6.173.433 von insgesamt 12. 338.667 Stimmen. Odinga kam auf 5.340.546 Stimmen. Die Wahlkommission wollte heute gegen 11 Uhr (Ortszeit, 9 Uhr MEZ) das offizielle Endergebnis bekannt geben.

Für einen endgültigen Sieg im ersten Wahlgang ist neben der absoluten Stimmenmehrheit auch eine Mehrheit von mindestens 25 Prozent in mehr als der Hälfte der 47 kenianischen Verwaltungsbezirke notwendig.

Betrugsvorwürfe aus dem Odinga-Lager hatte die Wahlkommission zurückgewiesen. Odingas Kandidat für die Vizepräsidentschaft, Kalonzo Musyoka, hatte beklagt, in einigen Fällen habe es mehr Stimmzettel gegeben als registrierte Wahlberechtigte.

Kenyattas Unterstützer bemängelten indes das langsame Voranschreiten der Auszählung. Sie kritisierten zudem, dass ungültige Stimmen in das Wahlergebnis einbezogen werden sollen, was für die Frage, ob eine Stichwahl nötig wird, entscheidend sein könnte.

Gerichtsverfahren anhängig

Nach der vorherigen Präsidentschaftswahl im Jahr 2007 hatten sich sowohl Odinga als auch der jetzt aus dem Amt scheidende Mwai Kibaki zum Staatschef erklärt. Bei der danach einsetzenden, auch ethnisch motivierten Gewalt wurden mehr als tausend Menschen getötet, Hunderttausende wurden in die Flucht getrieben.

Kibaki und Kenyatta sind Kikuyu und damit Angehörige der größten Volksgruppe in dem ostafrikanischen Land, deren Elite seit Jahrzehnten die Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft besetzt. Dagegen gehört Odinga zur Ethnie der Luo, deren Angehörige traditionell von der Macht im Land ausgeschlossen sind.

Wegen seiner Rolle bei den Ereignissen von 2007 muss sich Kenyatta, einer der reichsten Männer Afrikas, Anfang Juli vor dem IStGH wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord und Vergewaltigung, verantworten. Der Sohn von Jomo Kenyatta, dem legendären ersten Präsidenten Kenias nach der Unabhängigkeit von Großbritannien 1963, beteuert seine Unschuld.

Quelle: ntv.de, AFP