Politik

Neue Verbrechen in Syrien? Kriegsparteien setzen angeblich Giftgas ein

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Bilder von im Internet verbreiteten Amateurvideos zeigen Menschen, die in einem Krankenhaus in Kfar Zeita nördlich von Damaskus mit Sauerstoff versorgt werden.

(Foto: AP)

"Giftiges Chlor" soll in Syrien zum Einsatz gekommen sein. Das verbreitet das Staatsfernsehen und beschuldigt die Rebellen. Die bezichtigen das Assad-Regime, verstörende Bilder werden verbreitet. In Aleppo tobt unterdessen die wildeste Schlacht seit 2012.

Im syrischen Bürgerkrieg ist offenbar wieder Giftgas zum Einsatz gekommen. Regierung und Opposition beschuldigen sich gegenseitig, bei Kämpfen in der zentralen Provinz Hama Chemiewaffen verwendet zu haben. Im Staatsfernsehen hieß es, Rebellen der dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front hätten am Freitag bei einem Angriff auf das Dorf Kafr Sita "giftiges Chlor" eingesetzt. Zwei Menschen seien dabei getötet worden.

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Aus einer Siedlung nahe Aleppo steigt Rauch auf. Hier kämpfen Assad-Soldaten und Rebellen gegeneinander - so heftig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

(Foto: REUTERS)

Rami Abd al-Rahman, der Leiter der o ppositionsnahen Organisation Syrische Menschenrechtsbeobachter, sagte hingegen, Bewohner des Dorfes hätten unter Atembeschwerden gelitten, nachdem Truppen des Präsidenten Baschar al-Assad das Dorf mit Fassbomben attackierten. Einige hätten Symptome einer Vergiftung gezeigt, sagte Rahman unter Berufung auf medizinisches Personal aus der Region.

Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Vergangenes Jahr hatten sich Regierung und Opposition gegenseitig eine Giftgas-Attacke nahe der Hauptstadt Damaskus vorgeworfen. Berichten zufolge kamen dabei rund 1400 Menschen ums Leben. Die weltweite Empörung führte dazu, dass die Assad-Regierung der Vernichtung ihres Chemiewaffenarsenals zustimmte. Für den Abschluss der laufenden Vernichtungsaktion haben die UN eine Frist bis 30. Juni gesetzt.

Heftigste Kämpfe in Aleppo seit 2012

In der nordsyrischen Stadt Aleppo sind unterdessen die schwersten Kämpfe seit fast zwei Jahren im Gange. Bei Kämpfen in der Nacht zum Samstag in der Nähe eines Geheimdienststützpunkts im Viertel Sahra habe es Opfer auf beiden Seiten gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zivilisten seien aus der Gegend geflohen.

Die Luftwaffe griff von Rebellen gehaltene Stellungen in Aleppo an, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Dabei seien vier Rebellen getötet worden. Islamistische Rebellen hätten mehrere von Regierungstruppen kontrollierte Viertel attackiert und zehn Menschen getötet, darunter fünf Kinder.

Die Wirtschaftsmetropole wird seit 2012 von Kämpfen erschüttert, weite Teile der Altstadt liegen inzwischen in Trümmern. Seit dem Beginn des Aufstands gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad vor mehr als drei Jahren sind in dem Bürgerkrieg mehr als 150.000 Menschen getötet worden. Neun Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP