Politik

Amnesty: Hinrichtungsstaaten isoliert Länder schaffen Todesstrafe ab

Die Zahlen gehören zu den streng gehüteten Staatsgeheimnissen. In China wurden im Vorjahr wieder mehr Menschen hingerichtet als sonst auf der ganzen Welt zusammen, berichtet Amnesty International. Auch in Europa lässt ein Staat weiter Menschen exekutieren. Allerdings sieht ai die Hinrichtungsstaaten zunehmend isoliert.

killing.jpg

Ed Weir protestiert mit seinem Plakat außerhalb des Gefängnisses in Jackson in Georgia gegen die Hinrichtung eines Insassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

China hat im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen hinrichten lassen als der gesamte Rest der Welt zusammen. Dies geht aus dem neuen Todesstrafen-Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor. Demnach gab es auch 2010 in der Volksrepublik wieder mehrere tausend Hinrichtungen. In anderen Staaten der Welt wurden insgesamt mindestens 527 Todesurteile vollstreckt.

In China gelten Todesurteile und Hinrichtungen als "Staatsgeheimnis". Nur in Ausnahmefällen wird darüber berichtet. Deshalb verzichtete Amnesty in diesem Jahr zum zweiten Mal darauf, konkrete Zahlen oder Schätzungen zu nennen. Auf Platz zwei der Statistik liegt der Iran (mindestens 252 Exekutionen), gefolgt von Nordkorea (60), dem Jemen (53) und den USA (46). Ein großer Teil der Todesurteile sei wegen Drogenvergehen verhängt worden.

Insgesamt stellte die Organisation jedoch einen "eindeutigen Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe" fest. Im vergangenen Jahr fanden nur noch in 23 von 192 Staaten Hinrichtungen statt. In Europa lässt nur noch Weißrussland exekutieren. Dort wurden im März 2010 zwei Männer auf Beschluss des Staates getötet. In der Bundesrepublik wurde das letzte Todesurteil 1949 vollstreckt, in der DDR 1981. Demnach haben in den vergangenen zehn Jahren 31 Länder die Todesstrafe abgeschafft.

Quelle: ntv.de, dpa