Politik
Die Befürworter des Milliardenprojektes demonstrieren mit einem Lauf durch den Stuttgarter Schlosspark und einer anschließenden Kundgebung für "Stuttgart 21".
Die Befürworter des Milliardenprojektes demonstrieren mit einem Lauf durch den Stuttgarter Schlosspark und einer anschließenden Kundgebung für "Stuttgart 21".(Foto: dpa)
Donnerstag, 23. September 2010

Kampf um den Bahnhof: Laufen für Stuttgart 21

In die verhärteten Fronten im Streit um Stuttgart 21 kommt möglicherweise Bewegung: Am Freitag treffen erstmals Gegner und Befürworter des milliardenteuren Bahnvorhabens zu Gesprächen zusammen. Inzwischen machen auch die Befürworter stärker auf sich aufmerksam.

Nach den Massenprotesten gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs treten auch die Befürworter des Milliardenprojekts stärker in der Öffentlichkeit auf. Mit einem gemeinsamen Lauf durch den Stuttgarter Schlosspark und einer anschließenden Kundgebung demonstrierten nach Polizeiangaben über 2000 Menschen für Stuttgart 21. Am Freitag treffen erstmals Gegner und Befürworter zu Gesprächen zusammen. Bei dem von der katholischen Kirche in Stuttgart vermittelten Dialog soll es unter anderem um die Einsetzung eines Moderators gehen.

Unter die Befürworter hatten sich auch Gegner gemischt.
Unter die Befürworter hatten sich auch Gegner gemischt.(Foto: dpa)

Fast zeitgleich mit dem Sondierungsgespräch wollen Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und Bahnchef Rüdiger Grube in Stuttgart einen Nachfolger für den zurückgetretenen SPD-Politiker Wolfgang Drexler als Sprecher des Projekts vorstellen. Drexler war kürzlich von dem Posten zurückgetreten, weil er seine ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr mit der Haltung der SPD im Land und im Bund vereinbaren konnte. Die SPD tritt für einen sofortigen Baustopp ein, Drexler musste als Projektsprecher die Bauarbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof verteidigen.

Der Pro-Stuttgart-21-Lauf fand bereits zum dritten Mal statt. Mit Sprüchen wie "Wir sind Stuttgart" zogen die Demonstranten durch die Stadt. Auch der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk, legte gemeinsam mit anderen Projektbefürwortern die Strecke zurück. "Wer heute mitgelaufen ist, hat ein eindeutiges Bekenntnis für das Jahrhundertprojekt Stuttgart-Ulm abgegeben", sagte Hauk. Im Schlossgarten kam es zu einem Aufeinandertreffen von Gegnern und Befürwortern des umstrittenen milliardenschweren Bahnprojekts, das aber friedlich blieb. Die Läufer wurden allerdings vereinzelt beschimpft.

Der Initiator des Sondierungstreffens am Freitag, Stadtdekan Michael Brock, hofft, dass die Begegnung dazu beiträgt, das friedliche Zusammenleben in Stuttgart zu bewahren. Brock hält es für sinnvoll, eine von allen akzeptierte Persönlichkeit als Moderator einzusetzen. Für die Position hatte sich bereits der Stuttgarter Schauspiel-Intendant Hasko Weber ins Gespräch gebracht.

Quelle: n-tv.de