NPD-Mann verunglücktLeichsenring tot
Nach Polizeiangaben war Leichsenring bei einem Überholmanöver auf der Bundesstraße 172 zwischen Pirna und Krietzschwitz mit seinem Auto frontal gegen einen Lkw geprallt.
Der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Uwe Leichsenring ist am Mittwoch bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Pirna ums Leben gekommen. Das teilte die NPD-Fraktion mit.
Nach Polizeiangaben war Leichsenring bei einem Überholmanöver auf der Bundesstraße 172 zwischen Pirna und Krietzschwitz mit seinem Auto frontal gegen einen Lkw geprallt, nachdem er mit hoher Geschwindigkeit aus einer Kolonne ausgeschert war. Der Fahrer des Lastwagens sei schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Der Politiker starb noch am Unfallort. Leichsenring war Inhaber einer Fahrschule in seinem Heimatort Königstein. Er wurde 39 Jahre alt und hinterlässt eine Partnerin und Kind.
Leichsenring zählte zu den führenden Rechtsextremisten in Sachsen. In der Sächsischen Schweiz, einer Hochburg der Neonazis in Ostdeutschland, unterhielt er nach Angaben des Verfassungsschutzes enge Kontakte zu militanten Skinheads. Nach dem Einzug der rechtsextremen NPD in den sächsischen Landtag Ende 2004 sorgte der NPD-Funktionär wegen rassistischer und antisemitischer Entgleisungen immer wieder für Empörung.
Erst Anfang Mai war er wegen volksverhetzender Äußerungen von mehreren Landtagssitzungen ausgeschlossen worden. Leichsenring hatte in einer Debatte, in der Bezug auf Judendeportationen während der NS-Zeit genommen worden war, erklärt, manchmal wünsche man sich die Sonderzüge wieder.
Der Sächsische Verfassungsgerichtshof in Leipzig wollte am Donnerstag überprüfen, ob der Ausschluss Leichsenrings von Landtagssitzungen wegen Volksverhetzung rechtmäßig war.