Politik

Serap Güler im "Frühstart" "Migranten brauchen Impf-Vorbilder"

Das Impfen hat offenbar ein Akzeptanzproblem unter Menschen mit Migrationshintergrund. Es sei eine große Herausforderung, dort für Impfungen zu werben, so Gesundheitsminister Spahn. Die Integrationspolitikerin Serap Güler bestätigt den Befund.

Die nordrhein-westfälische Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, sieht in der geringen Impfbereitschaft von Migranten in erster Linie ein Sprachproblem. "Wenn ich an die Anschreiben denke, die die erste und die zweite Priorisierungsgruppe nach Hause bekommen haben, da haben Deutsche schon ein Problem, diesen Brief zu verstehen", sagte die CDU-Politikerin im "Frühstart" von ntv.

Häufig werde dann so ein Schreiben einfach zur Seite gelegt und vergessen. "Da müssen wir noch eine bessere Aufklärungskampagne in den jeweiligen Sprachen machen", so Güler.

Zudem würden unter den verschiedenen Migranten-Gruppen Mythen und Legenden zum Impfen kursieren. Viele Asylbewerber glaubten etwa, dass Geimpfte leichter abgeschoben werden. Junge Frauen fürchteten, dass bestimmte Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinflussen.

Güler plädiert daher für öffentlichkeitswirksame Impf-Aktionen. "Was wir brauchen, sind Vorbilder, die sich impfen lassen." Den Menschen müsse so klargemacht werden, "dass das ganz wichtig ist, wenn wir wieder schnell zur Normalität finden wollen, dass man sich impfen lassen sollte."

Verstärktes Impfen gegen hohe Infektionszahlen

Zudem spricht Güler sich für ein verstärktes Impfen in von Migranten bewohnten Stadtteilen mit hohen Infektionszahlen aus. "Es ist keine Frage der Herkunft, es ist vor allem eine soziale Frage. Und viele Migranten leben nach wie vor in sozial prekären Verhältnissen."

Viele Migranten hätten Jobs, die kein Homeoffice zuließen. Dienstleistungs-, Reinigungs- und Pflegeberufe seien weit verbreitet. Einwanderer nutzten häufiger öffentliche Verkehrsmittel, hinzu kämen beengte Wohnverhältnisse. Kurzum, sie hätten ein größeres Infektionsrisiko.

"Dass man in diese Sozialräume geht und sagt, hier müssen wir stärker impfen, ist ein richtiger Ansatz", so Güler.

Quelle: ntv.de, ako

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