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Von Trump zum Lügen angestiftet? Mueller nennt Berichte über Cohen "nicht korrekt"

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Cohen wurde wegen seiner Falschaussagen bereits zu drei Jahren Haft verurteilt.

(Foto: Reuters)

Einem Bericht zufolge soll Trump seinen ehemaligen Anwalt Cohen in der Russland-Affäre zum Meineid aufgefordert haben - für manchen Demokraten wäre das ein Grund für Trumps Rücktritt. Doch nun meldet sich Sonderermittler Mueller zu Wort.

Ein Aufsehen erregender Bericht des Nachrichtenportals "Buzzfeed News", wonach US-Präsident Donald Trump seinen früheren Anwalt Michael Cohen zur Lüge angespornt haben soll, enthält nach Angaben von Russland-Sonderermittler Robert Mueller Fehler. "Buzzfeeds Beschreibung bestimmter Stellungnahmen gegenüber dem Büro des Sonderermittlers und die Charakterisierung von Dokumenten und Aussagen, die dieses Büro erhalten hat, in Bezug auf Michael Cohens Aussage vor dem Kongress sind nicht korrekt", heißt es in der Stellungnahme des Sprechers von Mueller, Peter Carr. Eine Reaktion Muellers auf Medienberichte ist äußerst ungewöhnlich.

"Buzzfeed" hatte zuvor unter Berufung auf zwei anonyme Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden berichtet, Cohen habe laut eigener Schilderung seine vorsätzlichen Falschaussagen von 2017 auf persönliche Anweisung des Präsidenten gemacht. In Cohens Aussagen gegenüber den Geheimdienstausschüssen ging es um den geplanten Bau eines Trump Towers in Moskau.

Die darauf folgende Stellungnahme des Mueller-Büros verbreitete "Buzzfeed" nun selbst über seinen Twitter-Kanal. Chefredakteur Ben Smith erklärte jedoch, das Portal bleibe bei der Darstellung und stehe sowohl zu den Recherchen wie auch zu den genutzten Quellen. Mueller müsse klarstellen, was genau denn falsch gewesen sein soll.

Trump dagegen wies die Anschuldigung als Lüge zurück. Cohen "lügt, um seine Haftzeit zu reduzieren", konterte er auf Twitter. Cohen war im Dezember zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, unter anderem wegen seiner Falschaussagen gegenüber dem Kongress.

Hochbrisante Chronologie

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Zuvor hatte Cohen gegenüber den Ermittlern zugegeben, gegenüber den Ausschüssen Falschaussagen zu dem vom Trump-Konzern verfolgten Projekt eines Hochhausturms mit Luxuswohnungen in Moskau gemacht zu haben. Entgegen seinen ursprünglichen Aussagen soll das Projekt noch bis Juni 2016 verfolgt worden sein - also bis zu einem Zeitpunkt, als Trump bereits so gut wie sicher als republikanischer Präsidentschaftskandidat feststand.

Cohen hatte gegenüber den Ausschüssen jedoch ausgesagt, das Trump-Tower-Projekt sei bereits im Januar 2016 beerdigt worden, also noch vor Beginn der republikanischen Vorwahlen. Die Chronologie ist insofern hoch brisant, als es darum geht, ob Trump noch in einer fortgeschrittenen Phase seines Wahlkampfes Geschäftsinteressen in Russland verfolgte - die wiederum seine politische Haltung gegenüber Moskau beeinflusst haben könnten. Trump hat "Geschäfte" in Russland immer wieder bestritten.

Cohen gab gegenüber den Ermittlern auch zu, dass er häufiger mit Trump über das Moskau-Projekt beraten habe als ursprünglich von ihm angeführt. Der Anwalt arbeitete mehr als zehn Jahre lang für Trump und galt als einer von dessen wichtigsten Problemlösern und engsten Vertrauten. Er verfügt also über erhebliches Insiderwissen über die geschäftlichen und privaten Verhältnisse des Präsidenten.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP/dpa

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