Politik

Kennedy erfuhr nichts NSA wusste vom Bau der Mauer

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Schon vor dem Mauerbau hatte die NSA Informationen über die Pläne der damaligen Staats- und Regierungspartei SED.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dass die NSA flächendeckend Abhörspionage betreibt, ist mittlerweile bekannt. Jetzt werden Dokumente veröffentlicht, die belegen: Der Geheimdienst hatte auch Informationen über den Plan, die Berliner Mauer zu bauen.

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA hatte schon vor dem Bau der Berliner Mauer geheime Informationen über die geplante Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Mitarbeiter des "National Security Archive" in Washington veröffentlichten. Das Fatale daran: Die Warnungen des Geheimdienstes erreichten nie den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

Demnach fing die NSA am 9. August 1961 Nachrichten der damaligen DDR-Staats- und Regierungspartei SED ab. Dabei ging es um Pläne, die Grenzübergänge in Berlin für Fußgänger zu sperren. Die Mitarbeiter der NSA werteten die Information damals als "ersten Schritt in einem Plan, die Grenze zu schließen." Wie sich herausstellt, war diese Einschätzung vollkommen richtig, jedoch sei sie aber nicht weiterverarbeitet worden, heißt es. Das Ganze geschah vier Tage vor dem Beginn des Mauerbaus.

Prominente Bürger wurden ausspioniert

Das "National Security Archive", ein Forschungsinstitut der George-Washington Universität, hatte bereits vor Jahren die Freigabe von Informationen über die Rolle der NSA im Kalten Krieg verlangt. Im Juli gab der zuständige Regierungsausschuss nun Dokumente frei.

Diese Dokumente belegen weitere Abhöraktionen der NSA, auch von prominenten US-Bürgern. In den 1960er und 70er Jahren wurden beispielsweise Bürgerrechtler Martin Luther King und die Boxlegende Muhammad Ali auspioniert. Außerdem wurden vor allem prominente Gegner des Vietnam-Krieges sowie Journalisten abgehört.

Die geheime Operation mit dem Namen "Minaret" wurde 1973 eingestellt und auch wenige Jahre später aufgedeckt. Allerdings gelang die Aufdeckung nur halb, denn die Namen der Überwachten blieben geheim. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, bezeichneten NSA-Mitarbeiter die Abhöraktion später als "unehrenhaft".

Quelle: ntv.de, dpa