Politik

Goethe-Institut Inter NationesNeuer Name - alte Tradition

17.01.2002, 11:47 Uhr

Das Goethe-Institut mit seiner Zentralverwaltung in München ist seit dem 8. Januar 2001 unter dem neuen Namen "Goethe-Institut Inter Nationes" im Vereinsregister eingetragen. Der Zusammenschluss der beiden kulturellen Mittlerorganisationen war im September 2000 vollzogen worden.

Weltweit stehen der neuen Organisation nun 350 kulturelle Zentren zur Selbstdarstellung der Bundesrepublik mit 3325 Mitarbeitern zur Verfügung. Vom Haushalt in Höhe von 250 Mio. Euro steuert Inter Nationes nach der Fusion rund 24 Mio. bei. Ein Drittel des alten Goethe-Etats wird inzwischen durch Einnahmen aus Sprachkursen und Prüfgebühren selbst erwirtschaftet.

Im Ausland informiert das Goethe-Institut mit seinen 140 Kulturhäusern in 76 Ländern Interessenten über Land und Leute, bietet Deutschunterricht und Kulturveranstaltungen an. Weiße Flecken auf der Landkarte gibt es im Netz der Institute in Südostasien und dem südpazifischen Raum. Die größten Einrichtungen mit bis zu 70 Angestellten werden in New York, London, Paris, Rom, Tokio, Moskau und Kairo unterhalten.

Die Goethe-Institute in Deutschland werden nicht mit öffentlichen Geldern gefördert. Sie vermitteln jährlich rund 25.000 ausländischen Gästen deutsche Sprache und Kultur.

Die Wurzeln des Instituts gehen bis zum Jahr 1925 zurück. Die in München gegründete "Deutsche Akademie" bildete ausländische Germanisten in Deutschland fort und entsandte Deutsch-Lektoren ins Ausland. 1952 wurde das Goethe-Institut zunächst als private Initiative gegründet und bot Deutschkurse in kleineren Städten an. 1976 schloss das Institut einen Vertrag mit dem Auswärtigen Amt.

In den vergangenen zehn Jahren musste das Goethe-Institut auf Grund des Sparkurses 38 meist kleinere Einrichtungen schließen. Im Gegenzug gab es 19 Neugründungen, darunter Institute in Prag, Budapest und Moskau, das inzwischen weltweit das größte Goethe-Institut ist. In der chinesischen Hauptstadt Peking unterhält die Bundesrepublik als einzige westliche Nation ein eigenes Kulturinstitut.