Politik

Keine gewaltsame Befreiung Nigerias Armee findet entführte Mädchen

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Alex Badeh: Eine gewaltsame Befreiung ist ausgeschlossen.

(Foto: AP)

Die nigerianischen Streitkräfte entdecken nach eigenen Angaben die mehr als 200 entführten Schülerinnen. Allerdings könne man nicht mit Gewalt gegen die islamistischen Entführer vorgehen, so ein Militärsprecher. Das Leben der Mädchen sei in Gefahr.

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben den Aufenthaltsort der über 200 verschleppten Schülerinnen ausfindig gemacht. "Die gute Nachricht für die Mädchen ist, dass wir wissen, wo sie sind", sagte der Chef der Luftwaffe, Marschall Alex Badeh, am Hauptsitz der Verteidigung in der Hauptstadt Abuja. Allerdings könne die Armee nichts über den Ort verraten. Der Sucheinsatz sei ein "Militärgeheimnis", sagte er außerdem.

Zuvor hatte sich Luftwaffenchef Badeh vor Demonstranten in Abuja geäußert. Seit Wochen versuchen Angehörige und Unterstützer der Familien in Chibok, den Druck auf die Regierung zu erhöhen, damit diese die Suche nach den Schülerinnen verstärkt. Badeh versicherte den Protestierenden, dass die Behörden alles in ihrer Macht Stehende tun.

"Wir werden die Mädchen zurückbringen", sagte er. Den Einsatz militärischer Gewalt schloss er dabei aus. Man dürfe die Mädchen nicht bei einer "Befreiungsaktion umbringen". Die Armee wisse sehr wohl, was sie tue und Präsident Goodluck Jonathan stehe hinter ihr.

Einem BBC-Bericht zufolge sollten die entführten Mädchen im Austausch für inhaftierte Boko-Haram-Mitglieder freikommen. Die Aktion sei aber in letzter Minute abgesagt worden.

Die Mädchen waren Mitte April in Chibok im Nordosten des Landes von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden, noch immer sind 223 von ihnen in ihrer Gewalt. International war die Massenentführung verurteilt worden. Nigeria hatte militärische Unterstützung auch aus den USA bei der Suche nach den Mädchen erhalten. Washington schickte außerdem ein Expertenteam, ebenso wie Frankreich, Großbritannien und zuletzt Israel.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/rts