Politik

Wahlkampf kostet zwei Milliarden Dollar Obama versteht die Enttäuschung

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Obama versucht, die drohenden Verluste in Grenzen zu halten.

(Foto: AP)

Es ist der teuerste Kongresswahlkampf aller Zeiten: Rund zwei Milliarden Euro geben die Kandidaten für die Wahlen am 2. November aus. Das ist fast so viel, wie US-Präsident Obama und sein Gegner McCain ausgegeben haben. Obama versucht derweil mit Fehlereingeständnissen das Ruder noch rumzureißen.

Eine Woche vor den Kongresswahlen hat US-Präsident Barack Obama eingeräumt, dass seine Wirtschaftspolitik bei vielen Bürgern Verdruss ausgelöst hat. Zahlreiche Amerikaner seien wegen der schleppenden Erholung der Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit frustriert, sagte Obama bei einem Wahlkampfauftritt vor Arbeitern im kleinsten US-Bundesstaat Rhode Island. Seine Politik habe jedoch ein Abgleiten der USA in eine erneute schwere Depression verhindert.

"Es hat lange gedauert, in dieses wirtschaftliche Loch zu rutschen. Aber wir arbeiten uns heraus, und Amerika stehen strahlendere Tage bevor", sagte der Präsident. Am kommenden Dienstag werden das gesamte Repräsentantenhaus und 37 der 100 Senatoren neu gewählt. Nach dem Gewinn der Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments vor zwei Jahren droht Obamas Demokraten eine herbe Niederlage.

Bislang haben die Demokraten jedoch einen guten Start in die Kongresswahl hingelegt. In wahlentscheidenden Bundesstaaten wie Louisiana und Iowa nutzten mehr Demokraten als Republikaner die Gelegenheit, ihre Stimme bereits vorab abzugeben. Wahlexperten mahnten allerdings zur Vorsicht: "Die Zahl der bereits abgegebenen Stimmen sind günstig für die Demokraten, aber nicht so günstig wie 2008", sagte Michael McDonald von der Universität George Mason in Washington, der die Stimmabgabe vor dem eigentlichen Wahltag am Dienstag kommender Woche verfolgt.

Rekordausgaben

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Am 2. November werden große Teile des US-Kongresses neu gewählt.

(Foto: AP)

Es ist der teuerste Kongresswahlkampf in der US-Geschichte. Zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) werden die Kandidaten für das Abgeordnetenhaus und den Senat in diesem Jahr für ihre Kampagnen ausgegeben haben, rechnete die "Washington Post" vor. Das sind vier Millionen Dollar für jeden zur Wahl stehenden Kongresssitz und fast so viel, wie der Demokrat Obama und der Republikaner John McCain 2008 zusammen für den Präsidentschaftswahlkampf ausgegeben haben. Sie kamen damals auf 1,8 Milliarden Dollar. 2006 und 2008 hätten die Kongress-Kandidaten insgesamt jeweils 1,5 Milliarden Dollar an Spenden gesammelt und dann für Werbespots und andere Aktionen ausgegeben, berichtete die Zeitung. Sie berief sich bei ihren Angaben auf Zahlen der Wahlkommission und unabhängiger Beobachter.

Demnach laufen dieses Mal die Republikaner den Demokraten beim Geldsammeln den Rang ab: Sie hatten Anfang Oktober einen Vorsprung von 30 Millionen Dollar vor der Konkurrenz. Zur gleichen Zeit 2008 hatten die Demokraten deutlich die Nase vorn.

Zusätzlich zu den Milliardenausgaben der Kandidaten pumpen auch Interessengruppen Riesenmengen an Geld in den Wahlkampf - überwiegend zugunsten der Konservativen. 400 Millionen Dollar oder sogar noch mehr könnten am 2. November von außen investiert worden sein, schätzt die "Washington Post".

Ein Grund für die Ausgabenflut sei, dass es diesmal um die Kontrolle in beiden Kammern des Kongresses gehe. Es gebe viele spannende Rennen, der Wahlkampf sei besonders hart. Zurzeit haben die Demokraten im Senat und im Abgeordnetenhaus die Mehrheit, die Republikaner wollen sie ihnen entreißen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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