Politik

Reform tritt am 1. Januar 2013 in Kraft Pflegeleistung bei Demenz steigt

Die Bundesregierung beschließt die Eckpunkte der Pflegereform. Dazu gehört der Anstieg der Pflegeversicherung auf 2,05 Prozent. Zudem soll die Situation für Demenzkranke verbessert werden. Experten bezweifeln aber, dass die Mehreinnahmen die steigenden Kosten decken können.

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Derzeit stehen bei der Pflegebedürftigkeit körperliche Gebrechen im Vordergrund.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf höhere Leistungen für Demenzkranke und pflegende Angehörige im Rahmen der Pflegereform verständigt. Wie der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, in Berlin sagte, soll es in den Pflegestufen I und II bei den ambulanten Leistungen einen deutlichen Zuschlag geben. Auch Dementen, die in keine der drei Pflegestufen einzuordnen sind (Pflegestufe 0), solle spürbar geholfen werden.

Wird eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen, soll anders als bisher das Pflegegeld nicht komplett wegfallen, sondern zur Hälfte weitergezahlt werden. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass sich mehr Angehörige für eine Auszeit entscheiden können. Bei einer Kurzzeitpflege können zu Hause von Angehörigen betreute Pflegebedürftige pro Jahr bis zu vier Wochen in einer stationären Einrichtung versorgt werden. Angehörige sollen für diesen Zeitraum entlastet werden.

Laut Spahn sollen auch die Hausbesuche von Ärzten in Pflegeheimen besser bezahlt werden. Selbsthilfearbeit in der Pflege werde zudem in Zukunft stärker gefördert.

Beitragssatz steigt um 0,1 Prozentpunkte

In Koalitionskreisen hieß es, die Summe für die zusätzlichen Leistungen solle wie in den von den Koalitionsspitzen erarbeiteten Eckpunkten 1,1 Milliarden Euro nicht übersteigen. Dafür ist eine Erhöhung des Beitragssatzes ab 2013 um 0,1 Prozentpunkte vorgesehen.

Altersverwirrte Menschen bekommen bislang nur geringe Leistungen aus der Pflegekasse oder fallen bei Begutachtungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen durchs Raster. Langfristiges Ziel von Gesundheitsminister Daniel Bahr ist es daher, einen komplett neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einzuführen. Dieser muss aber noch von einem Beirat erarbeitet werden und kann nicht mehr in dieser Wahlperiode umgesetzt werden. Mit den höheren Leistungen soll im Übergang schon ab 2013 für Entlastung gesorgt werden.

Künftig immer mehr Demente

In Deutschland leben rund 1,1 Millionen Demenzkranke. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl Schätzungen zufolge auf rund 1,7 Millionen erhöhen.

Nach Informationen aus Koalitionskreisen sollen von Angehörigen betreute Demenzranke in der Pflegestufe 0 statt 100 oder 200 Euro (schwere Fälle) künftig 220 bzw. 320 Euro als Pflegegeld erhalten. In der Pflegestufe I erhöht sich der Betrag von bislang 335/435 Euro auf 405/505 Euro, in der Stufe II von 540/640 Euro auf bis zu 625/725 Euro pro Monat.        

Auch bei der Inanspruchnahme von Sachleistungen - also Hilfen durch Pflegedienste - erhöhen sich die Beträge für Demenzkranke. In Pflegestufe 0 werden statt 100 Euro bzw. 200 Euro bei schweren Fällen künftig 325 bzw. 425 Euro gezahlt. In Pflegestufe I sind es statt bisher 550/650 Euro künftig 765/865 Euro, in Stufe II statt 1200/1300 dann ab 2013 1350/1450 Euro.        

Quelle: n-tv.de, dpa

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