Politik

Berufliche Gleichstellung Prominente Frauen dringen auf Frauenquote

Ein Bündnis von Frauen aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Sport fordert deutlich mehr Anstrengungen bei der Gleichstellung der Geschlechter. Nicht nur für Schauspielerin Maria Furtwängler ist es höchste Zeit für eine Frauenquote.

Frauen an die Macht und endlich mehr Gleichberechtigung in Wirtschaft und Politik - dafür setzt sich die Influencerin und Politik-Bloggerin Louisa Dellert aus Berlin ein. Mit ihrem neuesten Instagram-Video richtet sie sich direkt an die Bundesregierung und hat dabei prominente Unterstützung. Das Ziel: Die Bundesregierung soll Unternehmensvorstände gesetzlich verpflichten, bei Neueinstellungen vermehrt Frauen zu berücksichtigen. Einen Gesetzesentwurf für eine Frauenquote gibt es bereits. Doch der liegt seit Februar auf Eis. Das wollen diese Frauen ändern.

Auf ihrem Instagram-Account wirbt Dellert dafür, mehr Frauen in Unternehmensvorständen einzusetzen. Mit Fragen wie: "Wusstest du, dass in Deutschland gerade mal zehn Prozent Frauen in Unternehmensvorständen sind?" und "Wusstest du, dass große Unternehmen bei der freiwilligen Selbstverpflichtung Frauen einzustellen, Zielgröße null angeben?" will die Berlinerin auf die fehlende Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern in der Wirtschaft aufmerksam machen.

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Ihre Botschaft ist eindeutig: Die Bundesregierung muss dringend handeln. Bei ihrer Kampagne #ichwill sind Schauspielerinnen wie Natalia Wörner, Model Sara Nuru und viele mehr mit dabei, die die Initiative unterstützen. Auch Aufsichtsrätin Janina Kugel und Schauspielerin Maria Furtwängler machen sich für die Kampagne stark und setzen sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen ein.

Die Selbstverpflichtung der Unternehmen, Frauen einzustellen habe nicht wirklich stattgefunden. Dafür brauche es jetzt den dringenden Willen, um bessere Ergebnisse zu erzielen, erklärt Kugel im RTL-Interview. "Wir fordern Einfluss, Macht, Sichtbarkeit und Gerechtigkeit im gleichen Maße wie Männer", sagt die einstige Siemens-Vorständin und jetzige Managerin.

Frauen in Corona-Krise besonders belastet

Eine Lösung für mehr Geschlechtergerechtigkeit sieht Schauspielerin Furtwängler in der Frauenquote. "Wir haben gesehen, dass von den Top 160 Unternehmen, die keine Frau im Vorstand haben, 50 in ihren Zielvorgaben drin stehen haben: null". Diese Unternehmen hätten noch nicht mal die Absicht, sich zu bemühen Frauen in näherer Zukunft in die Vorstände zu holen. "Das ist, finde ich, eine ziemliche Ungeheuerlichkeit. Ich habe das Gefühl, dass es da jetzt Gesetze braucht", sagt Furtwängler im Interview mit RTL.

Frauen seien in der Corona-Krise durch ihre Arbeit in systemrelevanten Berufen, durch Homeschooling und in der Pflege besonders belastet worden. "Und umgekehrt waren in den ganzen Entscheidungsgremien, in den Krisengremien von 20 Männern gerade mal eine Frau dabei". Die Lösungen in der Krise seien größtenteils von Männern gemacht, deshalb seien auch Probleme, die Frauen beruflich beträfen, gar nicht adressiert, sagt die Schauspielerin RTL. Lösungen könnten gesellschaftlich als auch beruflich nur eine Quote für Frauen sein, anders funktioniere Geschlechtergleichberechtigung in Deutschland nicht.

Furtwängler und ihre Unterstützerinnen beziehen sich in ihrer Kampagne auch auf die Ergebnisse der aktuellen Studie der gemeinnützigen Allbright-Stiftung. Demnach ist die Zahl der Frauen in den Vorständen der 30 größten deutschen Unternehmen während der Corona-Krise von 29 auf 23 gesunken. Kein Vorstand der deutschen DAX-Unternehmen kommt damit auf einen Frauenanteil von 30 Prozent. Im europäischen Ausland wie in Großbritannien und Frankreich sieht das dagegen besser aus. Unternehmen in Deutschland aber haben bei dem Thema Gleichberechtigung noch deutlichen Nachholbedarf.

Quelle: ntv.de