Politik
Freitag, 21. Juli 2006

Anführer der Roten Khmer: "Schlächter" Ta Mok ist tot

Einer der Anführer des früheren Schreckensregimes der Roten Khmer in Kambodscha ist tot. Der als "Schlächter" berüchtigte Ex-Kommandeur Ta Mok galt als der Hauptangeklagte des Sondertribunals zur Ahndung der Verbrechen unter den früheren kommunistischen Herrschern, das im nächsten Jahr beginnen soll. Ta Mok starb am Freitag nach längerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh, wie aus Kreisen des Klinikpersonals verlautete.

Die Roten Khmer hatten 1975 die Macht übernommen, vier Jahre später machten vietnamesische Truppen dem Regime ein Ende. Unter der Terrorherrschaft der "Steinzeitkommunisten" starben schätzungsweise zwei Millionen Kambodschaner oder gut ein Viertel der Bevölkerung durch Hinrichtungen, Hunger oder menschenunwürdige Lebensumstände.

Der 1999 gefangenen genommene Ex-Militärkommandeur war seit drei Wochen unter anderem wegen Tuberkulose, Atemnot und Bluthochdruck im Krankenhaus behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte erst vor zehn Tagen Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Eine Anklage des von den Vereinten Nationen unterstützten Tribunals war erwartet worden.

Nach dem Tod von Pol Pot, des Führers der Roten Khmer, im Jahr 1998 war Ta Mok der Chef der wenigen verbliebenen Kämpfer. Er war unter seinem Kampfnamen Ta Mok (Großvater Fausthieb) bekannt. Die meisten Historiker gehen davon aus, dass er mit bürgerlichem Namen Chhit Choeun hieß. Viele andere ehemalige Anführer sind inzwischen ebenfalls verstorben oder gesundheitlich angeschlagen. Andere -wie Pol Pots Stellvertreter Nuon Chea -leben dagegen bis heute unbehelligt in Kambodscha.

Quelle: n-tv.de