Politik

Iran droht mit Ölkrise Schwerwasserreaktor fertig

Der Iran hat nach Angaben einer US-Denkfabrik einen Reaktor zur Herstellung von Schwerwasser fertig gestellt, das zum Bau von Atombomben verwendet werden kann. Das renommierte Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS) zitierte den iranischen Atombeauftragte Hassan Ruhani, der Anfang Februar gesagt hatte: "Wir dürften schon bald in der Lage sein, schweres Wasser zu produzieren, binnen der kommenden Wochen."

Das schwere Wasser soll den Angaben zufolge in einem Reaktor mit einer Leistung von 40 Megawatt eingesetzt werden. Der Reaktor wurde trotz Einwänden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seit September gebaut. Schwerwasserreaktoren werden mit natürlichem Uran gespeist und können große Mengen atomwaffenfähigen Plutoniums abwerfen.

Der Iran hatte erst Mitte Februar ein europäisches Angebot abgelehnt, den Bau seines Schwerwasserreaktors zu stoppen und im Gegenzug Hilfe bei der Beschaffung eines Leichtwasserreaktors zu erhalten, der weniger gut für militärische Zwecke geeignet ist. Deutschland, Großbritannien und Frankreich versuchen, den Iran auf diplomatischem Weg zu einem Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen und bieten dafür unter anderem Handelserleichterungen.

Ruhani verteidigte den Bau des Schwerwasserreaktors. Dieser diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Ruhani warnte, sein Land werde eine Ölkrise auslösen, sollten die USA und Europa im Atomstreit den UN-Sicherheitsrat anrufen. "Die ersten, die darunter leiden würden, wären Europa und Amerika selbst." Es würden Probleme auf dem regionalen Ölmarkt entstehen sowie für die europäische und "ganz besonders" für die US-Wirtschaft.

Wie der "Spiegel" berichtete, erlitten die deutschen Bemühungen im Atomstreit mit dem Iran einen Rückschlag. Die Außenpolitiker Volker Rühe (CDU) und Hans-Ulrich Klose (SPD) hätten vergangene Woche eine Reise nach Teheran verschoben, weil die Gastgeber den Christdemokraten bedrängten, auf regierungskritische Stellungnahmen zu verzichten.

Auslöser sei ein Interview Rühes im "Handelsblatt" Anfang Februar gewesen, in dem dieser sagte, er hege "keine Sympathien für das Mullah-Regime". Das Interview sei im Iran "nicht als freundlich empfunden" worden.

Quelle: ntv.de