Politik

Terrorzelle in Spanien Spaniens Terror-Imam ist tot

2d1f27058663f5416e83cca7db36ff71.jpg

Tödliche Sprengkraft: In den Trümmern eines Hauses in Alcanar entdeckten Ermittler unter anderem auch zwei Leichen.

(Foto: AP)

Die spanischen Behörden können einen weiteren Terrorverdächtigen von der Fahndungsliste streichen: Der islamische Prediger, der die Attentäter von Barcelona und Cambrils radikalisiert haben soll, ist offenbar längst tot.

Der "Schatten-Imam" ist nicht mehr am Leben: Wie die Polizei am Abend mitteilte, starb der mutmaßliche Kopf der Terrorzelle von Barcelona, Imam Abdelbaki Es Satty, bereits Mitte vergangene Woche bei der Explosion in einem Haus in Alcanar südlich von Barcelona. Gerichtsmediziner identifizierten einen der beiden Toten aus dem zerstörten Haus zweifelsfrei als den gesuchten Prediger. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Terrorzelle dort Bomben für Anschläge zusammenbasteln wollte.

Der Prediger soll die Attentäter von Barcelona und Cambrils - überwiegend junge Männer - islamistisch radikalisiert haben. Nach dem Imam, der als Planer und Lenker der Anschläge gilt, wurde seit seinem Verschwinden am Dienstag vergangener Woche intensiv gesucht. Die katalanischen Ermittler gingen allerdings bereits früh der Vermutung nach, dass er bei der Explosion in Alcanar am Mittwochabend ums Leben gekommen sein könnte.

In dem Haus hatten die Ermittler neben den beiden Toten auch Spuren von Sprengstoff und mehr als 120 Gasflaschen gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass die Explosion versehentlich ausgelöst wurde und die Mitglieder der Terrorzelle danach auf Fahrzeuge zurückgriffen, um ihre Anschläge zu verüben.

"Entweder tot oder in Gewahrsam"

Bei den Attacken auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona und in dem Badeort Cambrils südlich der katalanischen Hauptstadt hatten die Attentäter vergangene Woche 15 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt. Bei den Ermittlungen stießen die Fahnder auf eine zwölfköpfige Terrorzelle. "Die zwölf ursprünglichen Zielpersonen der Anschlagsermittlungen sind entweder tot oder in Gewahrsam", teilte die katalanische Polizei mit. "Aber das heißt nicht, dass die Ermittlungen abgeschlossen sind. Wir arbeiten weiter."

Den mutmaßlichen Fahrer des Lieferwagens, der in der Innenstadt der katalanischen Metropole in die Menschenmenge fuhr, Younes Abouyaaquoub, konnte die Polizei am Nachmittag in Subirats rund 30 Kilometer westlich von Barcelona stellen. Weil der europaweit gesuchte Abouyaaquoub den Einsatzkräften mit einer Art Sprengstoffweste entgegentrat und sich seiner Verhaftung widersetzte, wurde er von den Beamten niedergeschossen. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP