Politik

Simbabwe krank und hungertSuper-Urlaub für Mugabe

10.01.2009, 12:26 Uhr

Robert Mugabe, Simbabwes autokratischer Langzeit-Präsident, lässt sich weder von der grassierenden Cholera- Epidemie noch dem Hunger in seinem Lande den Urlaub verderben.

Während sich in Simbabwe die humanitäre Lage angesichts der Cholera-Epidemie mit mehr als 1700 Toten und rund 35.000 Erkrankten sowie extremer Lebensmittelknappheit immer weiter verschlechtert, lässt es sich der autokratische Präsident des Krisenstaates Robert Mugabe gut gehen. Nach Informationen der südafrikanischen Zeitung "Saturday Star" macht der 84-Jährige in Malaysia einen vierwöchigen Familienurlaub.

Seine Frau Grace - die mit den vier Kindern schon vor Weihnachten in den Urlaub geflogen war - habe sich eigens dafür 92.000 US-Dollar von der Zentralbank des Landes aushändigen lassen. Mugabe, der ihr vor wenigen Tagen folgte, wolle seinen Aufenthalt in Malaysia auch zu routinemäßigen Gesundheits-Checks nutzen, schreibt das Blatt. Mugabes Leibarzt habe sie arrangiert und auch geholfen, das Präsidenten-Vermögen vor den europäischen Sanktionen nach Malaysia und Singapur zu schaffen.

Mugabes einmonatiger Urlaub fällt in eine Zeit, in der sich der einstige afrikanische Modellstaat in der schwersten wirtschaftlichen und politischen Krise seiner Geschichte befindet. Knapp die Hälfte der 13 Millionen Simbabwer ist nach UN-Schätzungen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Hyperinflation von offiziell mindestens 231 Millionen Prozent hat die Zentralbank veranlasst, einen neuen Geldschein im Nominalwert von 50 Milliarden Simbabwe-Dollar zu drucken. Der amtierende Finanzminister Patrick Chinamasa kündigte den Schein im Amtsblatt an - er hat den Gegenwert von zwei Broten.