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Klarnamen in sozialen Medien? Timmermans will Kurzstreckenflüge verbieten

Ein Passagierflugzeug fliegt über ein Rapsfeld hinweg. Foto: Julian Stratenschulte

Flugverbindungen von Nürnberg nach München oder von Frankfurt nach Düsseldorf: Braucht man das?

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Sollte man im Zuge des Klimaschutzes das Fliegen einschränken? Timmermans und Weber sprechen sich im zweiten TV-Duell gegen Kurzstreckenflüge in Europa aus. Der eine will sie gleich ganz verbieten.

Im letzten deutschen Fernsehduell vor der Europawahl haben sich die beiden Spitzenkandidaten Frans Timmermans und Manfred Weber für eine deutliche Reduzierung von Kurzstreckenflügen in Europa ausgesprochen. Der Sozialdemokrat Timmermans erklärte dabei, Kurzstreckenflüge gehörten abgeschafft und sollten verboten werden. Allerdings müsse es als Ersatz gute Bahnverbindungen geben, sagte der Niederländer. Sein christdemokratischer Kontrahent Weber äußerte sich etwas vorsichtiger. Auch er plädierte dafür, Kurzstreckenflüge "durch eine gute Bahn" zu ersetzen. Er wolle Kurzstreckenflüge aber nicht gesetzlich untersagen, sagte der CSU-Politiker.

Der Deutsche Weber, Vizechef der CSU, und der Niederländer Timmermans, bisher Vizepräsident der EU-Kommission, bewerben sich beide um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Zunächst kämpfen sie jedoch darum, mit ihren Parteienfamilien im nächsten Europaparlament die stärkste Fraktion zu stellen. Die Europawahl ist vom 23. bis 26. Mai.

Pflicht zu Klarnamen

Einig zeigten sich die beiden Spitzenkandidaten bei der Ablehnung der Atomkraft. Weber forderte einheitliche europäische Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke. Bisher liege dies in der Hand der nationalen Behörden. Die Zukunft liege ohnehin in einer eigenständigen europäischen Energieversorgung durch erneuerbare Energien.

Timmermans sagte: "Ich habe Deutschland immer bewundert für den Atomausstieg." Deutschland habe den Weg gezeigt. "Ich hoffe, andere werden folgen", sagte der Niederländer.

Weber sprach sich zudem für eine Klarnamen-Pflicht in sozialen Netzwerken aus. Das bedeutet, dass im Internet keine Spitz- oder Tarnnamen mehr verwendet werden dürften. Timmermans lehnte eine solche Klarnamen-Pflicht dagegen ab. Das sei übertrieben, sagte der Niederländer.

Weber stellte sich auch noch einmal ausdrücklich hinter die umstrittene Copyright-Richtlinie. Die Furcht der Gegner vor Zensur sei unbegründet, meinte der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei. Sollte sie sich tatsächlich bewahrheiten, werde er als Chef der EU-Kommission die Richtlinie wieder ändern, sagte Weber.

Quelle: n-tv.de, tar/dpa

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