Politik

Nach Skandal-Pressekonferenz Trump entlässt Verschwörungs-Anwältin

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Sidney Powell hatte behauptet, dass Länder wie Kuba, Venezuela und China die US-Präsidentschaftswahl manipuliert hätten.

(Foto: AP)

Die Strategie von Trumps Anwälte-Team im Kampf um die verlorene US-Wahl nimmt zuletzt immer abenteuerlichere Züge an: Besonders hervor tut sich dabei die Anwältin Sidney Powell. Sie spricht von einer Verschwörung kommunistischer Staaten wie Kuba und Venezuela. Doch möglicherweise geht sie damit zu weit.

Wenige Tage nach einer aufsehenerregenden Pressekonferenz zu angeblichem Wahlbetrug hat US-Präsident Donald Trump die Zusammenarbeit mit der Anwältin Sidney Powell beendet. Powell arbeite nicht länger für Trumps Anwaltsteam und auch nicht für den Präsidenten persönlich, erklärte Trumps Privatanwalt Rudy Giuliani.

Powell hatte am Donnerstag an der Seite von Giuliani einen angeblichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl am 3. November angeprangert. Die Anwältin behauptete, Trump habe seinen Herausforderer Joe Biden in Wirklichkeit mit großem Vorsprung geschlagen. Zudem hatte sie von einer Einmischung durch andere Länder gesprochen: "Womit wir es hier wirklich zu tun haben, ist ein massiver Einfluss kommunistischen Geldes über Venezuela, Kuba und vermutlich China für die Einmischung in unsere Wahl." Powell behauptete auch, der 2013 verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chávez habe Hintertüren in eine Software zum Einscannen von Stimmzetteln einbauen lassen. Für ihre Behauptungen führte sie allerdings keinerlei Belege an.

Giuliani, der den juristischen Kampf des Präsidenten gegen seine Abwahl anführt, hatte bei der Pressekonferenz von einer "nationalen Verschwörung" gegen eine Wiederwahl Trumps gesprochen. Die Demokraten von Wahlsieger Joe Biden seien "Gauner", die Wahlbetrug in Schlüsselstaaten begangen hätten, "um dem amerikanischen Volk eine Wahl zu stehlen". Zudem sorgte der Präsidentenanwalt mit wüsten Verbalattacken auf die US-Demokraten und auf Journalisten für Aufsehen.

Trump hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November nicht eingestanden und spricht von angeblichem massiven Wahlbetrug, ohne hierfür Beweise vorzulegen. Wahlbehörden und Experten widersprechen energisch und betonen, Biden habe die Wahl rechtmäßig gewonnen. Die Versuche von Trumps Anwaltsteams, Bidens Erfolge in mehreren Schlüsselstaaten juristisch anzufechten, liefen bislang ins Leere.

Quelle: ntv.de, kst/AFP