Politik
Mittwoch, 20. September 2006

Mehr Waffen aus Russland: Venezuela wird "Festung"

Venezuelas Staatspräsident Hugo Chvez hat weitere Käufe russischer Waffen angekündigt und versichert, sein Land zu einer "vom militärischen Gesichtspunkt her wirklich uneinnehmbaren Festung" auszubauen. Sein Land habe unter anderem Antonow-Flugzeuge und 14 Kampfhubschrauber bestellt, sagte der Linksnationalist und erklärte USA-Gegner in der Luftwaffen-Akademie in der Stadt Maracay.

"Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor, heißt es, und das machen wir auch zur Zeit", sagte Chvez. Venezuela müsse sich auf eine mögliche Invasion "der üblichen Aggressoren" vorbereiten, meinte er in Anspielung auf die USA. Er wolle das Niveau der gesamten "antiimperialistischen Streitkräfte" des Landes deutlich erhöhen. "Nichts und niemand, egal wie mächtig, wird sich mit Venezuela anlegen können", versprach der Präsident und Ex-Oberstleutnant.

Nach Angaben von Chvez sollen bis Jahresende die ersten der 24 hochmodernen Kampfflugzeuge des Typs Sukhoi SU-30MK2 und der 30 Kampfhubschrauber des Typs Mil Mi-35 geliefert werden, die im Juli bei einem Besuch Chvez' in Russland bestellt worden waren.

Die USA hatten die russische Regierung damals gedrängt, von dem Waffengeschäft Abstand zu nehmen. Die von Venezuela geplanten Waffenkäufe übersteigen nach Meinung Washingtons die Verteidigungsbedürfnisse von Caracas und sind "nicht hilfreich für die Stabilität in der Region", erklärte der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey. Russland wies die Bedenken jedoch zurück.

Im Mai hatten die USA ein Waffen- und Rüstungsembargo gegen Venezuela verhängt. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, begründete die Strafmaßnahme mit einer ungenügenden Zusammenarbeit Venezuelas im Kampf gegen den Terrorismus. Zuvor hatte Chvez den US-Präsidenten George W. Bush als "Völkermörder" bezeichnet. Der Umfang der US-Waffenlieferungen an Venezuela sind der "Washington Post" zufolge allerdings minimal. Das eher symbolisch gemeinte Embargo bedeutet dennoch eine weitere Zuspitzung der Krise zwischen beiden Staaten, die auch bereits jeweils einen Diplomaten des anderen Landes ausgewiesen haben.

Quelle: n-tv.de