Politik
Donnerstag, 11. Januar 2007

Scientology: "Kirche" als Unternehmen

Scientology wurde 1954 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911-1986) in den USA gegründet. Nach Angaben des "Lexikons der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen" soll die Organisation weltweit zwischen acht und 25 Millionen Mitglieder haben. Das Mutterhaus steht in Los Angeles. Scientology versteht sich selbst als Kirche.

Die erste Niederlassung in Deutschland richtete Scientology 1970 ein. Der Verfassungsschutz schätzt die Zahl der Scientology-Anhänger in Deutschland auf rund 6.000, die Organisation spricht von 30.000. Auch die oft publizierte Zahl von weltweit rund zehn Millionen Anhängern halten Experten für zu hoch, sie gehen von Hunderttausenden aus.

Die hierarchisch strukturierte Organisation versteht sich dem Lexikon nach "als Abschluss und Krönung des bisherigen Suchens der Menschheit". Sie möchte alle Gebiete des Lebens "auf eine neue und endgültige Weise klären". Die Mitgliedschaft könne "tief greifende negative Auswirkungen, finanzieller und persönlicher Art, haben", heißt es in dem Lexikon. Beispielsweise über Straßenwerbung locken die Scientologen zu kostenlosen "Persönlichkeitstests".

Anschließend wird versucht, ein Kursprogramm zu verkaufen. Dabei werden individuelle Programme für "glücklichere Menschen" angeboten. Auch werden die Schriften des Gründers L. Ron Hubbard verkauft. Scientology wird von Kritikern als profitorientiertes, mit zweifelhaften Methoden arbeitendes Unternehmen angesehen. Tätig ist es vor allem auf dem Psychologie- und Immobilienmarkt. Scientology verfügt nach Angaben des Verfassungsschutzes über einen eigenen Nachrichtendienst, der sich "nicht an Recht und Gesetz gebunden sieht". In den USA hat die Organisation den Status einer Religionsgemeinschaft, in Deutschland nicht.

Quelle: n-tv.de