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Experten-Check Wie gut ist der Spirituosen-Adventskalender?

Barkeeper Mohammad Nazzal hat den Amazon-Spirituosen-Adventskalender unter die Lupe genommen.

Barkeeper Mohammad Nazzal hat den Amazon-Spirituosen-Adventskalender unter die Lupe genommen.

(Foto: N-TV)

Das Geschäft mit Gin, Whisky & Co. boomt und ein Ende ist nicht abzusehen. Kein Wunder, dass große Händler versuchen, den Trend für sich zu nutzen. Amazon hat jetzt einen speziellen Adventskalender für Erwachsene auf den Markt gebracht, gefüllt mit "Premium-Spirituosen", wie es in der Produktbeschreibung heißt. Ein vollmundiges Versprechen. Ob die Drinks im Kalender nicht nur hochprozentig, sondern auch hochwertig sind, haben wir Mohammad Nazzal gefragt.

Der Vorsitzende der Deutschen Barkeeper-Union und Geschäftsführer der Al Salam Orient Lounge in Köln hat den Adventskalender für uns gecheckt. 24 Miniaturflaschen mit je 5 cl Füllmenge enthält die Amazon-Box, darunter Drinks großer Marken wie Bacardi oder Jim Beam – aber auch kleinere Labels wie Siegfried aus dem Rheinland oder 744 Gin aus Südtirol. Ein interessanter Mix aus Global-Player-Produkten, gespickt mit einer Auswahl lokaler Spezialitäten.

Jede Flasche steckt in einem festlichen kleinen Karton, auch ein Booklet mit Hintergrundinformationen zu Gin & Co. ist beigelegt. Die Optik stimmt: "Mit Goldpräge-Druck, süß gemacht", findet unser Experte. Und der Preis? 79,99 Euro soll der Spirituosen-Adventskalender 2020 kosten. Ein faires Angebot, aber teurer dürfte er nicht sein, sagt Mohammad Nazzal, der zu den besten Bartendern Deutschlands gehört und mit seinen Cocktails Wettbewerbe gewonnen hat.

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Die Drink-Auswahl

"Trendprodukte und bewährte Klassiker von Topmarken" soll der Adventskalender laut Amazon enthalten. "Whisky, Gin, Rum, Brandy und vieles mehr." Und tatsächlich ist die Bandbreite recht üppig - sieben Gins und neun Whiskys sind enthalten, aber auch Vodka. Eine Auswahl in Geschmacksrichtungen von rauchig bis bittersüß. "Vor allem das Gin-Segment überrascht mich. Das hätte ich so nicht erwartet", sagt Experte Nazzal. Aber "manche Drinks machen aus meiner Sicht im Adventskalender keinen Sinn, Vodka und Martini zum Beispiel", findet der 37-Jährige. Er hätte auch keinen Bacardi Cuatro in die Auswahl genommen oder Gin in den Karton mit der Nummer 24 gepackt. "So trendy der Drink auch ist, an Heiligabend erwarte ich ein Highlight – etwas Gelagertes wie Rum, Cognac oder Whisky."

3 Drinks, auf die sich der Experte freuen würde

  • Santa Teresa 1796 (Rum)
  • Torres 10 (Brandy)
  • Connemara Peated (Single Malt Irish Whiskey)

Wichtig
Ein klassischer Adventskalender enthält 24 Geschenke – also eine kleine Freude für jeden Tag der Vorweihnachtszeit. Vom Spirituosen-Adventskalender sollte dagegen niemand täglich naschen, denn Alkohol ist eine Droge, die süchtig machen kann. Es gilt: Immer nur maßvoll genießen. "Wer einzelne Gins oder Whiskys aus dem Kalender beiseitelegt und sammelt, kann ein cooles Tasting mit Freunden veranstalten", rät Nazzal. Als Ergänzung zum Adventskalender empfiehlt er ein gutes Nosing-Glas oder gleich ein ganzes Set für den Tasting-Abend.

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Das Fazit des Experten

"Einsteiger werden damit Spaß haben, da bin ich mir sicher", sagt der Barkeeper. Wer sich aber gut mit der Materie auskennt, wird Nazzal zufolge nichts Neues entdecken. "Das finde ich schade." Was fehlt? Cognac ist nicht dabei, Port ist nicht drin, Tequila auch nicht – obwohl im Booklet eine Tequila-Flasche abgebildet ist. Das gibt Punktabzug in Nazzals Bewertung. "Die Broschüre hat eindeutig noch Luft nach oben." Kleine Fehler bei der Bildauswahl oder etwa beim Gin-Fizz-Rezept stören den Gesamteindruck, der ja eigentlich rund sein sollte, fast wie bei einem guten Drink. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dagegen stimmig.

Quelle: ntv.de