Baden-WürttembergMieten steigen in Großstädten um 50 Prozent in zehn Jahren

Wohnungssuche wird zum Luxus: 50 Prozent mehr zahlen in zehn Jahren. Wie der DGB mit Aktionstagen und klaren Forderungen gegen den Preisdruck kämpft.
Stuttgart (dpa/lsw) - Die Mieten in den fünf größten baden-württembergischen Städten sind in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Empirica. Lag der Quadratmeterpreis in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg Anfang 2016 noch bei durchschnittlich circa 10 Euro, so liegt der Preis Anfang 2026 bei circa 14,85 Euro.
Demnach stiegen die Angebotsmieten in Stuttgart von im Mittel 11,05 Euro pro Quadratmeter auf 16,07 Euro (plus 45,4 Prozent). In Mannheim ging es um 53,7 Prozent auf 12,80 nach oben und in Karlsruhe um 44,3 Prozent auf 13,29 Euro. In Freiburg machte der Anstieg 46 Prozent auf 16,22 Euro aus. Und in Heidelberg ging es um 51 Prozent auf 15,88 Euro nach oben.
Anlässlich bundesweiter Mietenstopp-Aktionstage, die noch bis Sonntag stattfinden, fordert DGB-Vizechefin Maren Diebel-Ebers energischere politische Schritte. Bezahlbarer Wohnraum sei längst zur sozialen Frage unserer Zeit geworden. "Die Angebotsmieten steigen bundesweit rasant, besonders dramatisch ist die Entwicklung jedoch bei uns im Südwesten. Dieser Mietpreisspirale muss endlich Einhalt geboten werden." Deshalb brauche es jetzt einen bundesweiten Mietenstopp für sechs Jahre, damit Mieterinnen und Mieter spürbar entlastet würden und angesichts explodierender Wohnkosten wieder Luft zum Atmen hätten.
Gleichzeitig sei die Landesregierung gefordert, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau paritätisch aufzustocken. "Ein wirksamer Mietenstopp und der konsequente Ausbau von bezahlbarem Wohnraum müssen Hand in Hand gehen."