BayernAugsburger feiern ihren einmaligen Stadtfeiertag
Im katholischen Bayern gibt es traditionell besonders viele Feiertage. Die Augsburger legen noch einen drauf und haben einen zusätzlichen freien Tag. In der Feiertags-Hochburg dreht sich jetzt wieder alles um ein ernstes Thema - den Frieden.
Augsburg (dpa/lby) - Die Augsburger feiern heute wieder ihren einmaligen städtischen Feiertag. Das Hohe Friedensfest, das jedes Jahr am 8. August stattfindet, ist seit 1950 ein gesetzlicher und nur innerhalb der Grenzen der Stadt gültiger Feiertag. Behörden, Geschäfte, Fabriken und Büros bleiben geschlossen. Die schwäbische Großstadt spricht von einem "weltweit einzigartigen Feiertag des Friedens". Die Augsburger haben dadurch die meisten Feiertage in der Bundesrepublik.
Höhepunkt des Feiertages ist ab 11.00 Uhr die große Friedenstafel auf dem Rathausplatz. Die Bürger bringen aus diesem Anlass von daheim Speisen und Getränke mit und essen dann gemeinsam an langen Tischreihen. In zwei Stadtteilen sind ergänzende kleinere Friedenstafeln geplant.
Der Feiertag geht zurück auf das Jahr 1650. Damals hatten die Protestanten in Augsburg erstmals ihre im Augsburger Religionsfrieden (1555) formulierte und im Westfälischen Frieden (1648) errungene Gleichberechtigung mit der katholischen Kirche gefeiert.
Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) will während des Friedensmahls vor dem imposanten Augsburger Renaissance-Rathaus auch die diesjährige Friedenspreisträgerin beziehungsweise den Friedenspreisträger bekanntgeben. Die Auszeichnung wird alle drei Jahre verliehen und ging beispielsweise an den ehemaligen sowjetischen Staatsmann Michail Gorbatschow (2005) und den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1994).