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BayernErneut Nachwuchs bei Habichtskäuzen in Nordostbayern

27.05.2026, 04:02 Uhr
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Habichtskäuze waren in Deutschland weitgehend ausgestorben. Ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordostbayern zeigt Erfolge: Die scheuen Eulenvögel vermehren sich.

Erbendorf (dpa/lby) - Es gibt wieder Nachwuchs bei den Habichtskäuzen in freier Natur in Nordostbayern. Im dritten Jahr in Folge sind bei der seltenen Waldeule Jungvögel geschlüpft, wie der Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität (VLAB) in Erbendorf (Landkreis Tirschenreuth) mitteilte. Bei einem Vogelpaar seien drei Jungkäuze entdeckt worden.

Der Habichtskauz zählt zu den seltensten Vogelarten Deutschlands. Der VLAB startete 2017 ein großes Wiederansiedlungsprojekt für das hierzulande einst ausgestorbene Tier.

Projektleiterin Michaela Domeyer bezeichnete die neuerliche Brut als ein wichtiges Signal für die Entwicklung der Population in dem Gebiet. Die Wälder im Naturpark Steinwald böten geeignete Bedingungen für die Rückkehr der Eulenart.

Der Bruterfolg ist Fachleuten zufolge besonders bemerkenswert, da 2026 ein schlechtes Mäusejahr sei. Kleinsäuger bilden die wichtigste Nahrungsgrundlage des Habichtskauzes. In Jahren mit geringer Nahrungsverfügbarkeit verzichten die Tiere häufig vollständig auf eine Fortpflanzung.

VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka ergänzte: "Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich der Habichtskauz in Nordostbayern offenbar dauerhaft etablieren kann. Entscheidend ist nun, das Projekt konsequent fortzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten."

133 Habichtskäuze seit 2017 ausgewildert

Seit 2017 sind nach Angaben des VLAB 133 junge Habichtskäuze in Nordostbayern ausgewildert worden. Die genauen Orte veröffentlicht der Verein nicht, damit die Käuze möglichst nicht von Neugierigen gestört werden. Ziel ist der Aufbau einer genetisch vielfältigen Population im Projektgebiet. Langfristig sollen sich die ausgewilderten Habichtskäuze mit einem bereits bestehenden Vorkommen im Nationalpark Bayerischer Wald vernetzen.

In den vergangenen Jahren sammelte der VLAB zudem umfangreiche Daten, unter anderem aus GPS-Telemetrie, Sichtbeobachtungen sowie biologischen Untersuchungen. Diese Datengrundlage soll von wissenschaftlichen Einrichtungen ausgewertet werden, um so Erkenntnisse über die Lebensraumnutzung der Art, ihre Wanderbewegungen sowie mögliche Gefährdungsfaktoren zu gewinnen.

In Zusammenarbeit mit Waldbesitzern, Forstbetrieben und Naturschutzbehörden sollen zudem alte Bäume, stehendes Totholz und störungsarme Rückzugsräume erhalten und gefördert werden.

Der Habichtskauz ist der größte und zugleich einer der seltensten Käuze in Mitteleuropa. Er ist etwa 60 Zentimeter groß, hat eine Spannweite von 125 Zentimetern und kann mehr als 20 Jahre alt werden.

Quelle: dpa

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