BayernKurort Bad Alexandersbad in Finanznot: Therme soll schließen

Bad Alexandersbad (dpa/lby) - Im oberfränkischen Kurort Bad Alexandersbad soll ein erst vor einigen Jahren für mehrere Millionen Euro saniertes Bad wieder dichtmachen. Sie sehe sich gezwungen, den Betrieb des Alexbads zum Monatsende einzustellen, teilte die Bürgermeisterin der Gemeinde, Anita Berek (SPD), mit. Als Grund nannte sie die finanzielle Belastung für die klamme Gemeinde. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Bereits kurz nach der Eröffnung der sanierten Therme vor fünf Jahren habe sich abgezeichnet, dass die der Investitionsentscheidung zugrundeliegenden Zahlen sich in der Realität niemals erreichen ließen, hieß es. Ein Gutachten belege zudem, dass selbst bei Vollauslastung des Bads eine Kostendeckung nicht möglich sei. Dass Kommunen bei Bädern draufzahlen, ist aber üblich: Ein Sprecher des Bayerischen Gemeindetags sagte, es sei der Normalfall, dass kommunale Bäder defizitäre Angelegenheiten seien. Nachfragen, ob es sich um eine endgültige Schließung handelt und was mit den Angestellten passiert, beantwortete Berek nicht.
Zur finanziellen Lage der Kommune schrieb die Bürgermeisterin in der Mitteilung, eine Erhöhung der Kassenkredite werde seit Dezember 2021 vom Freistaat nicht mehr genehmigt, die Höhe sei seitdem auf 5 Millionen Euro begrenzt. Der Kreditrahmen sei voll ausgeschöpft. In unmittelbarer Zukunft stünden Ausgaben an, die die Gemeinde nicht voll bezahlen können werde. Es müsse sichergestellt werden, dass keine weiteren Defizite entstünden. Die Schließung des Bads sei der einzig gangbare Weg.
Das Alexbad war 2017 nach einer Sanierung neu eröffnet worden. Medienberichten zufolge beliefen sich die Kosten auf 14 Millionen Euro.