Berlin & BrandenburgMehr Schulabbrecher in Brandenburg

Fast 2.000 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg verlassen ohne Abschluss die Schule. Wo ist der Anteil im Land am höchsten, wo am geringsten?
Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss hat in Brandenburg das höchste Niveau seit zehn Jahren erreicht. Im Schuljahr 2024/2025 hätten 1.949 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Berufsbildungsreife verlassen, wie aus einer Statistik des Bildungsministeriums hervorgeht. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent. Im Schuljahr 2023/2024 waren es 1.897 Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss, 2015/2016 lag die Zahl bei 1.523.
In der Prignitz fast jeder fünfte Schüler ohne Abschluss
Am höchsten ist der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss innerhalb von Brandenburg in der Prignitz. Mit 19,6 Prozent verlässt fast ein Fünftel die Schule ohne Berufsbildungsreife, gefolgt von Oberspreewald-Lausitz mit 13,5 Prozent. In Potsdam-Mittelmark ist dieser Wert mit 4,1 Prozent landesweit am niedrigsten, dahinter kommt Dahme-Spreewald mit 5,0 Prozent. Die "Märkische Allgemeine" berichtete ebenfalls darüber.
Brandenburg bundesweit auf Platz 11
Mit dem Anteil der Abgänger ohne Abschluss von acht Prozent liegt Brandenburg im Ländervergleich auf dem elften Rang. Das geht aus einem Bericht der Rechercheplattform "Correctiv" hervor. Ganz vorn ist Sachsen-Anhalt mit 13,4 Prozent. Bundesweit hat die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss demnach mit mehr als 64.000 einen neuen Höhepunkt erreicht.
Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) will der Entwicklung in Brandenburg mit dem neuen Landesprogramm "Duales Lernen" entgegenwirken, wie er im April sagte. Das Programm will theoretisches Lernen in der Schule mit praxisorientiertem Lernen verzahnen - mit Genehmigung auch jenseits des Schulgesetzes. Hoffmann will außerdem eine Lesen-Schreiben-Rechnen-Offensive an den Schulen starten.
Die AfD hält für mehr Abschlüsse weitere Gegenmaßnahmen für nötig. Landeschef René Springer dringt unter anderem auf klare Leistungsanforderungen, konsequente Maßnahmen gegen Schulverweigerung und Schulschwänzen sowie mehr Praxis- und Berufsorientierung.