Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgNeuer Tunnel soll U-Bahn-Betrieb in Berlin stabiler machen

13.07.2026, 12:28 Uhr
Die-Zufahrt-zum-Waisentunnel-soll-ebenfalls-saniert-werden

Südlich vom Alexanderplatz erneuert die BVG aufwendig einen Tunnel unter der Spree. Fahrgäste werden dort nicht durchfahren. Trotzdem sollen sie davon profitieren.

Berlin (dpa/bb) - Der symbolische Startschuss für den Neubau des sogenannten Waisentunnels für die Berliner U-Bahn ist erfolgt. Dieser soll nach seiner Fertigstellung in vier Jahren die Linie U5 mit dem restlichen U-Bahnnetz verbinden und die Stabilität im Betrieb verbessern, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilten. Für den Fahrgastverkehr ist der Tunnel hingegen demnach nicht vorgesehen.

Der Neubau soll dafür sorgen, dass die Züge auf den sogenannten Großprofillinien U5 bis U9 über die Schiene flexibel in die dafür vorgesehenen Werkstätten sowohl im Osten als auch im Westen der Stadt fahren können. Bisher müssten die Fahrzeuge oft dafür aufwendig per Großtransport auf der Straße durch die Stadt gefahren werden.

Ein Werkstattbesuch, der normalerweise in maximal zwei Tagen abgehakt sei, dauere dadurch oft rund zwei Wochen, sagte BVG-Chef Henrik Falk beim symbolischen Baustart für den neuen Tunnel. "Das ist weit weg von effizient und hat natürlich eine riesige Auswirkung auf die Stabilität des gesamten Netzes."

Tunnel soll Transport zu Werkstätten erleichtern

Denn auf dem Schienenweg können die Züge der U5 der BVG zufolge nur über diesen Tunnel in die Werkstätten im Westen gelangen - etwa für die Hauptuntersuchung, die ausschließlich dort möglich ist. Umgekehrt seien die Züge der anderen Großprofillinien auf den Tunnel angewiesen, wenn sie aus Kapazitätsgründen in die Werkstatt nach Friedrichsfelde gebracht werden sollen.

Der Waisentunnel besteht den Angaben zufolge seit mehr als 100 Jahren und verläuft vom Alexanderplatz unter der Littenstraße und der Spree hindurch bis zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Seit acht Jahren ist er aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das alte Tunnelwerk soll nun abgerissen und eine neue Röhre gebaut werden. Die Arbeiten gelten als komplex, weil sie unter der Spree verlaufen. Der dortige Schifffahrtsverkehr soll während der Bauarbeiten weiterlaufen.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich den Angaben zufolge auf insgesamt 100 Millionen Euro. Der tatsächliche Baustart dürfte noch einige Wochen dauern. Das Vergabeverfahren werde voraussichtlich erst in den nächsten Tagen abgeschlossen, sagte der Geschäftsführer der BVG-Projekt-Gesellschaft, Dennis Backwinkel.

Quelle: dpa

Regionales