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Berlin & BrandenburgSteffen Krach: "Es gibt kein Rückfahrtticket nach Hannover"

26.04.2026, 11:40 Uhr
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Steffen Krach möchte Berlins nächster Bürgermeister werden. In einem Interview verrät der gebürtige Hannoveraner, warum er sich schon jetzt als Berliner fühlt - und was ihn mit Kai Wegner verbindet.

Berlin (dpa/bb) - Der Spitzenkandidat der Berliner SPD, Steffen Krach, will im Fall einer Wahlniederlage trotzdem in Berlin bleiben. "Es gibt kein Rückfahrtticket nach Hannover", sagte Krach der "Berliner Zeitung". "Meine Familie lebt wieder in Berlin, meine Kinder gehen hier in die Kita oder in die Schule und meine Frau arbeitet hier."

Der SPD-Politiker ist seit 2021 Regionspräsident in seiner Geburtsstadt Hannover. Für seinen Wahlkampf habe er sich beurlauben lassen, weil er es nicht für richtig gefunden hätte, gleichzeitig volles Gehalt in Hannover zu bekommen. "Eine Woche vor der Berlin-Wahl wird auch in Hannover gewählt. Damit endet meine Zeit dort."

"Ich fühle mich als Berliner"

Krach kandidiert in Steglitz-Zehlendorf für das Abgeordnetenhaus und steht dort auf Platz eins der Liste. "Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass ich dem Abgeordnetenhaus angehöre. Und ehrlich gesagt bin ich auch ganz optimistisch, dass es klappt und ich Regierender Bürgermeister von Berlin werde."

Dass er als Nicht-Berliner Bürgermeister der Hauptstadt werden will, sieht Krach nicht als Nachteil. "Willy Brandt oder auch andere Regierende Bürgermeister wurden auch nicht in Berlin geboren. Ich bin 2002 nach Berlin gezogen, habe hier studiert, meinen ersten Job gehabt und meine erste Wohnung. Meine Frau und ich haben hier geheiratet, im Rathaus Schöneberg, und meine drei Kinder sind übrigens alle gebürtige Berliner", sagte er der Zeitung. "Was ich damit sagen will: Ich fühle mich als Berliner, auch wenn ich einen anderen Geburtsort habe."

Krach spielt gerne Tennis

Thematisch setzt Krach eigenen Angaben nach vor allem auf bezahlbare Mieten, eine starke wirtschaftliche Entwicklung und eine funktionierende Stadt. Er wolle Berlin zu einer Stadt der Gesundheit, etwa durch schnellere Arzttermine, und einer familienfreundlichen Metropole mit guter Bildungspolitik machen.

Mit seinem Konkurrenten, dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), hat Krach etwas gemeinsam: Er spielt Tennis, wie er im Interview erzählt. "Ich liebe es." Seit er zwölf Jahre alt sei, spiele er quasi ununterbrochen. "Das ist aktuell nicht unbedingt die Sportart mit dem besten Ruf in dieser Stadt, aber ich weiß im Gegensatz zu anderen Personen, wann man nicht spielen sollte."

Quelle: dpa

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