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Hamburg & Schleswig-HolsteinDialog gesucht: Wie kann Olympia nachhaltig werden?

06.05.2026, 19:29 Uhr
Der-Hamburger-Unternehmer-Michael-Otto

Ein neuer Dialogkreis soll Hamburgs Olympia-Bewerbung nachhaltiger machen. Doch Umweltverbände warnen vor finanziellen und ökologischen Risiken.

Hamburg (dpa/lno) - Mögliche Olympische Spiele in Hamburg sollen nachhaltig werden. Neben einem entsprechenden Konzept der Stadt gibt es zu diesem Zweck jetzt auch einen Dialogkreis Nachhaltigkeit, den die Michael-Otto-Stiftung in Hamburg gegründet hat. "Der Dialogkreis setzt sich aus Vertretern der Stadtgesellschaft zusammen", sagte der ehemalige Otto-Konzernchef und Hamburger Ehrenbürger Michael Otto. Mit dabei seien unter anderem Sportverbände, Handels- und Handwerkskammern, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände. Das Gremium soll unabhängig handeln.

Nach Angaben der zweiten Bürgermeisterin und Umweltsenatorin, Katarina Fegebank (Grüne), soll "der Dialogkreis ein Sparringspartner sein, der unsere Nachhaltigkeitspläne kritisch hinterfragt". Die Stadt Hamburg hat im Rahmen ihrer Bewerbung bereits ein Nachhaltigkeitskonzept erarbeitet.

Umweltverbände üben Kritik

Umweltverbände dagegen kritisieren die nach ihrer Ansicht mangelnde Nachhaltigkeit von Olympischen Spielen in Hamburg. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Hamburg sprach sich zuletzt nach seiner Mitgliederversammlung im April 2026 gegen Olympia aus. In einer Mitteilung des NABU heißt es: "Olympische Spiele könnten kurzfristige Impulse bringen, jedoch erhebliche ökologische Folgekosten verursachen."

Hamburg möchte sich sowohl für die Spiele 2036, 2040 und 2044 bewerben. Fegebank bezeichnet eine mögliche Bewerbung als "Schub für die Klimaziele der Stadt". Bis 2040 will Hamburg klimaneutral sein. Bei den Olympischen Spielen in Paris verursachte allein der Flugverkehr jedoch 1,1 Millionen Tonnen CO2. "Wir können nur das klimaneutral gestalten, was Hamburg kontrolliert", sagt Otto. Emissionen durch Luftverkehr könne man höchstens kompensieren.

Bürgerentscheid am 31. Mai

Bereits bei der versuchten Bewerbung im Jahr 2015 gab es einen ähnlichen Dialogkreis, an dem die Michael-Otto-Stiftung beteiligt war. Damals lehnten die Hamburger Bürger Olympia mit knapper Mehrheit ab. Nun können sie am 31. Mai erneut in einer Abstimmung entscheiden, ob sich die Stadt tatsächlich für Olympische Spiele bewirbt. Die Briefwahl läuft bereits. Hamburgs Konkurrenten bei der Auswahl eines deutschen Kandidaten sind München, Berlin sowie die Rhein-Ruhr-Region.

Quelle: dpa

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