HessenSo viele Nutrias haben Hessens Jäger erlegt

Nutrias stammen aus Südamerika und gelten als invasiv. Wie viele Exemplare Hessens Jäger nun erlegt haben und warum das für den Hochwasserschutz wichtig ist.
Suhl/Kassel (dpa/lhe) - Während Jägerinnen und Jäger deutschlandweit in Summe immer mehr Nutrias erlegen, ist die Zahl in Hessen zuletzt zurückgegangen. Im Jagdjahr 2024/2025 seien es 1.874 Tiere gewesen - nach 2.556 in der vorherigen Saison, teilte der Deutsche Jagdverband auf dem Bundesjägertag in Suhl mit. Im Zehnjahresvergleich ist die Zahl aber deutlich gestiegen. In der Saison 2014/2015 waren demnach 610 Tiere getötet worden.
Die Art gilt als invasiv. Daher sei Deutschland verpflichtet, den Bestand einzudämmen, hieß es zur Erläuterung. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias vernichteten Schilfgürtel und setzten damit zahlreichen Vogel-, Fisch- und Amphibienarten zu. Außerdem unterhöhlten die Tiere Deichanlagen und gefährdeten so den Hochwasserschutz.
In Hessen ist für Nutrias seit dem 1. April eine ganzjährige Bejagung möglich. Zuvor war die Jagd nur vom 1. September bis 28. Februar erlaubt.
Spitzenreiter Niedersachsen
Mit rund 54.000 sind dem Jagdverband zufolge die meisten Tiere im vergangenen Jagdjahr in Niedersachsen erlegt worden, gefolgt von mehr als 41.000 Nutrias in Nordrhein-Westfalen. Andere Bundesländer folgen mit deutlichem Abstand und vier- oder dreistelligen Zahlen oder gar noch weniger erlegten Exemplaren.
Deutschlandweit steigt die Zahl der erlegten Nutrias seit Jahren an - zuletzt waren es insgesamt 131.157 Tiere. Im Vergleich zu den Zahlen vor 20 Jahren beträgt der Anstieg der getöteten Nutrias laut Verband rund 1.700 Prozent.