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Mecklenburg-VorpommernBei Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse drohen Hürden

15.11.2022, 16:28 Uhr
Reinhard-Meyer-Wirtschafts-Tourismus-und-Verkehrsminister-von-Mecklenburg-Vorpommern
(Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild)

Schwerin (dpa/mv) - Trotz Fachkräftemangels drohen Ausländern, die Berufsabschlüsse anerkannt haben möchten, in Mecklenburg-Vorpommern und anderen ostdeutschen Bundesländern offenbar neue Hürden. Nach Angaben aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium wird es nach jetzigem Stand vom kommenden Jahr an kein flächendeckendes Beratungsangebot zur Anerkennung von ausländischen Qualifikationen mehr geben. "Die bisherigen gut greifenden Beratungsstrukturen werden nicht mehr im notwendigen Maße bereitstehen", schrieb Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) an das zuständige Bundesarbeitsministerium, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Auswahlentscheidung auf Bundesebene gegen eingereichte Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern und den anderen neuen Bundesländern sei unverständlich, so der Minister. "Strukturen werden zerschlagen, die ostdeutschen Flächenländer werden insgesamt stark benachteiligt und die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften mit Migrationshintergrund wird zusätzlich erheblich erschwert." Dies sei mit Blick auf die Integration in die Gesellschaft ein "fatales politisches Signal".

Ab 2026 soll die Anerkennungsberatung von den Arbeitsagenturen geleistet werden. Für die Zeit bis dahin droht nun dem Minister zufolge ein Loch. "Die getroffenen Entscheidungen zu den Förderregionen sollten daher dringend korrigiert werden, um bundesweit eine flächendeckende Anerkennungsberatung zu ermöglichen", forderte Meyer. Ein Sprecher des Ministers sagte, man sei zu dem Thema auch mit der Bundesagentur für Arbeit im Gespräch.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte das Land auf, mit eigenem Geld die Beratung zur Anerkennung beruflicher Abschlüsse in ganz MV zu ermöglichen und die Qualifizierungsberatung finanziell auskömmlich auszustatten. "Wir können es uns nicht leisten, auf nur eine Fachkraft zu verzichten - auch dies verursacht Kosten", sagte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner. "Das sollte bei der Haushaltsplanung dringend Berücksichtigung finden."

Quelle: dpa

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