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Mecklenburg-VorpommernRichter im Fabian-Prozess: "Ich bin da fast sprachlos"

07.07.2026, 12:25 Uhr
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Ein Privatermittler, ein Unbekannter und ein geändertes Passwort: Was sich nach dem Verschwinden Fabians zugetragen hat, sorgt beim Richter in dem Prozess teils für deutliche Irritation.

Rostock (dpa/mv) - Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der Vorsitzende Richter am Landgericht Rostock sein Unverständnis im Zusammenhang mit privaten Ermittlungen bekundet. "Ich bin da fast sprachlos zu", sagte Holger Schütt am 18. Verhandlungstag.

Zuvor hatte eine Polizistin geschildert, wie sich ein aus dem Fernsehen bekannter Privatermittler einschaltete, als es sich noch um einen Vermisstenfall handelte. Demnach hatte er der Mutter des Jungen Hilfe angeboten. Den Ausführungen zufolge hatte sich wiederum ein Unbekannter an den Privatermittler gewandt und angeboten, Chatnachrichten von Fabian auszuwerten, wofür er aber Passwörter benötige.

Zugriff auf Online-Konto

Demnach hatte der Unbekannte mit dem Einverständnis von Fabians Mutter Zugang zum Google-Konto des Jungen erhalten. Auswertungen der Polizei ergaben später einen Zugriff nach Fabians Verschwinden von einem anderen Gerät aus. Zudem sei das entsprechende Passwort geändert worden. Auch um den Zugriff auf Online-Spielekonten ging es demnach.

Sichtlich irritiert sagte Schütt, in einer solchen Situation sei es auch denkbar, dass ein möglicher Täter Spuren vernichtet. Die Beamtin sagte dem Fernseh-Ermittler nach eigener Aussage auch, dass das Ganze "schwierig" sei und forderte ihn auf, alle weiteren Schritte abzusprechen und die Identität des Unbekannten in Erfahrung zu bringen. Dessen Name sei ihr aber bis heute nicht bekannt.

Am 14. Oktober meldete eine Frau der Polizei den Fund einer Kinderleiche bei einem Tümpel südwestlich von Güstrow. Die Leiche wurde wenig später Fabian zugeordnet. Die Frau steht mittlerweile wegen Mordverdachts vor Gericht.

Quelle: dpa

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