Mecklenburg-VorpommernSanierung von Wasserturm dauert länger und wird teurer

Der Wasserturm ist eines der Wahrzeichen der Hansestadt Rostock. Seit zwei Jahren ist er in weißes Plastik gehüllt. Die Anwohner müssen sich noch ein Weilchen damit abfinden.
Rostock (dpa/mv) - Die Sanierung des Wasserturms in Rostock, eines der Wahrzeichen der Hansestadt, wird deutlich teurer als geplant. Wie der für die kommunalen Immobilien zuständige Betrieb KOE berichtete, hatten die Arbeiten im Mai 2018 begonnen und wurden zunächst in einer groben Schätzung vor der Bestandsaufnahme auf rund 3,2 Millionen Euro geschätzt. Das Schadensaufmaß sei zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen gewesen. Aktuell geht KOE-Chefin Sigrid Hecht von 5,8 Millionen Euro aus. Davon stammen 1,8 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm Denkmalschutz-Ost.
Ursprünglich war der Plan, dass die Sanierung des 1903 gebauten Turms etwa zwei Jahre dauern werde. Doch die Analyse der Substanz und der Bausteine habe deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet. "Wir sind uns bewusst, dass wir ein Gebäude sanieren, das bereits seit mehr als 100 Jahren das Stadtbild prägt." Hintergrund der Arbeiten ist die Feuchtigkeit, die schon seit Jahren ins Mauerwerk eindringt. Eine Sanierung in den 1990er Jahren war nicht gut gelungen, wie die KOE-Chefin erklärte.
Seit Beginn der Arbeiten ist der etwa 40 Meter hohe Turm, der als Depot des Kulturhistorischen Museums dient, in weiße Plastikplanen eingehüllt. "Nachdem wir bei einer umfangreichen Bestandsanalyse das Schadensbild ermittelt und dann das Sanierungskonzept entwickelt haben, konnten wir inzwischen die ersten Ausschreibungen auf den Markt bringen und Fachfirmen binden", sagte Hecht.
Im ersten Schritt soll im April mit dem Rückbau der Türme und des Daches begonnen werden. Der defekte Ringanker wird ausgetauscht, neue Decken aufgebaut. Parallel dazu werden die für den Austausch vorgesehenen Steine sukzessive angefertigt.
Viele Prozesse seien Handarbeit und entsprechend aufwendig. "Am Ende werden wir erst sehen, was uns wirklich erwartet, wenn wir anfangen." Die einzelnen Steinformate werden von einer Ziegelei nachgebrannt und teils glasiert. Damit diese sich mit ihrem Volumen und Farbe perfekt in dem Turm einfügen, werde im Vorfeld ein Probebrand gemacht. "Hier arbeiten wir eng mit der Denkmalpflege zusammen", erklärte Hecht.