Mecklenburg-VorpommernUmfrage: viele Eltern unzufrieden mit Förderung an Schulen

Wird mein Kind in der Schule ausreichend bedarfsgerecht gefördert? Nein, sagen viele Eltern im Nordosten laut einer neuen Umfrage des Landeselternrats. Auch der Personalmangel macht vielen Sorgen.
Schwerin (dpa/mv) - Viele Eltern in Mecklenburg-Vorpommern sehen einer Umfrage des Landeselternrats zufolge großen Nachholbedarf bei der individuellen Förderung ihrer Kinder in der Schule. Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten bewerteten diese Förderung demnach als schlecht oder sehr schlecht. Fast ebenso viele Eltern (30 Prozent) beurteilten die individuelle Förderung allerdings als gut oder sehr gut. 27 Prozent der Eltern antworteten, es gebe "teilweise" eine ausreichende individuelle Förderung.
An der landesweiten Online-Befragung vom 23. Mai bis 22. Juni nahmen demnach rund 4.800 Eltern teil. Bei den Fragen ging es unter anderem um die Erfahrungen von Familien zu Unterricht, Förderung, Inklusion, psychischer Gesundheit oder Zukunftsperspektiven.
Personalmangel als Wurzel vieler Probleme
"Besonders deutlich wird der Wunsch nach mehr individueller Förderung, mehr Unterstützung für Kinder und mehr Zeit für die eigentlichen Bildungsaufgaben", sagte die Vorsitzende des Landeselternrats, Diana Zander, laut Mitteilung. Fehlendes Personal sei aus Sicht vieler Befragten die Ursache vieler Probleme im Schulalltag – von Unterrichtsausfällen bis hin zu Defiziten bei Inklusion und Schulsozialarbeit.
"Eltern fordern nicht einfach mehr Personal. Eltern fordern bessere Bildungschancen für ihre Kinder. Sie erwarten, dass Förderung nicht vom Engagement einzelner Lehrkräfte oder vom Geldbeutel der Familien abhängt, sondern verlässlich im System verankert ist", sagte Zander.
17 Prozent der Eltern hätten zudem angegeben, dass sich ihr Kind in der Schule körperlich und psychisch eher oder sehr unsicher fühlt. Viele wünschten sich eine bessere Mobbingprävention und Unterstützung bei psychischen Belastungen, hieß es dazu.
SPD-Fraktion: Deutliche Verbesserungen
Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Schweriner Landtag, Nadine Julitz, reagierte auf die Umfrage-Ergebnisse nicht überrascht: "Wir wissen, dass es genauso wie in allen anderen Bundesländern Herausforderungen an den Schulen gibt, die wir weiter angehen müssen", sagte sie laut einer Mitteilung. Dies betreffe vor allem die Lehrkräftegewinnung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
Zugleich verwies Julitz auf "deutliche Verbesserungen" im Schulsystem, etwa beim Seiteneinsteig oder einer grundlegenden Reform der Lehrkräfteausbildung. Für die kommende Legislatur sei der Weg geebnet für mehr Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams.