Mecklenburg-VorpommernVögel zählen im Garten – Nabu ruft zur Mitmachaktion auf

Wie viele Vögel tummeln sich in Gärten und Parks? Wer mitzählt, kann Ornithologen wichtige Hinweise liefern. Besonders eine Art bereitet ihnen Sorgen.
Schwerin (dpa/mv) - Sich für eine Stunde in den Garten setzen und Vögel zählen - dazu sind Menschen auch in Mecklenburg-Vorpommern noch bis einschließlich Sonntag aufgerufen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erhofft sich durch die Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel" Aufschluss über die Entwicklung häufiger Arten in Siedlungen.
Besonderes Augenmerk liegt demnach auf Finken. Nach Aussage des Nabu-Vogelschutzexperten Martin Rümmler wurden in den vergangenen Monaten regional wiederholt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet. "Da diese meist an Futterstellen gefunden wurden, könnte es sein, dass sich wieder Trichomonaden ausbreiten, die besonders für Finken tödlich sein können." Es handelt sich dabei um Krankheitserreger. Die Ornithologen interessiert nun, ob weniger Finken gemeldet werden.
Höchstzahl gleichzeitig zu sehender Vögel einer Art
Wer mitmachen will, notiert etwa in einem Garten oder Park oder vom Balkon oder Fenster aus von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet oder gehört werden konnte. Dabei ist es egal, um welche Stunde es sich vom 8. bis 10. Mai handelt. Die Ergebnisse können per NABU-Vogelwelt-App oder im Internet unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden. Dort können Interessierte auch vorher ihre Vogelkenntnis trainieren.
Im vergangenen Jahr haben sich den Angaben zufolge rund 58.000 Menschen deutschlandweit beteiligt und über 1,1 Millionen Vögel gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern waren es demnach mehr als 1.470 Vogel-Fans, die knapp 34.500 Vögel zählten.
Der Nabu weist darauf hin, dass Sauberkeit am Futterhaus wichtig sei, damit sich Trichomonaden nicht stark ausbreiteten. "Am besten Futtersäulen nutzen, hier können die Vögel nicht durchs Futter laufen und es so verschmutzen. Wir empfehlen das Füttern bis zum nächsten Winter einzustellen – die Tiere finden jetzt genug in der Natur", so Rümmler.
In einem naturnahen Garten, etwa mit Hecken, heimischen Stauden, einer Wildblumenwiese, Kräuterbeet, Teich und Totholzstapel fänden Vögel genug zu fressen und geschützte Brutplätze.